Kurden ziehen zehntausende Kämpfer im Nordirak zusammen

Die Kurden im Nordirak haben zehntausende Kämpfer in der Ölstadt Kirkuk zusammengezogen.

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Kurden-Peschmerga Ende September. (Foto: dpa)

Kurdische Peschmerga Ende September. (Foto: dpa)

Kurden bereiten sich offenbar auf einen möglichen Angriff des Iraks in der ölreichen Region Kirkuk vor, berichtet Reuters. Medienberichten vom Freitag zufolge ziehen sie dort zahlreiche Kämpfer zusammen. Zehntausende seien bereits vor Ort, zitiert der kurdische Fernsehsender Rudaw den Vizepräsidenten der Region, Kosrat Rassul. Mindestens 6000 Peschmerga seien seit Donnerstagabend dazugekommen. Auf die multi-ethnische Ölregion Kirkuk erheben sowohl die Kurden im Irak als auch die Zentralregierung in Bagdad Anspruch.

Zuvor berichtete die Nachrichtenagentur AFP, dass die Spannungen an der Grenze zwischen der autonomen Kurdenregion im Nordirak und dem Rest des Landes steigen: Die Kurdenregierung in Erbil warf der Zentralregierung in Bagdad am Freitag vor, Truppen an der Grenze zusammenzuziehen und einen Angriff vorzubereiten. Sie versetzte die kurdischen Peschmerga-Kämpfer in der Region Kirkuk in Gefechtsbereitschaft. Tausende schwer bewaffnete Peschmerga-Kämpfer seien „zur Verteidigung um jeden Preis“ bereit, erklärte ein Berater von Kurdenpräsident Massud Barsani.

Der Sicherheitsrat der Kurdenregion stützte seine Einschätzung zu einem möglichen Angriff durch paramilitärische Milizen und die irakische Armee auf geheimdienstliche Erkenntnisse. Iraks Zentralregierung plane die Besetzung grenznaher Ölfelder, eines Flughafens und eines Militärstützpunkts, erklärte der kurdische Sicherheitsrat.

Dafür habe sie Panzer und schwere Artillerie an der Grenze nahe Kirkuk mobilisiert. Die Kurden riefen Bagdad dazu auf, „die Aggression zu stoppen“.

Bereits am Vortag hatten kurdische Sicherheitskräfte in Erwartung einer bevorstehenden Offensive der irakischen Armee und ihrer Milizen stundenlang eine wichtige Überlandstraße blockiert. Iraks Ministerpräsident Haider al-Abadi dementierte aber jegliche Interventionsabsicht: „Wir werden unsere Armee nicht für einen Krieg gegen unsere kurdischen Mitbürger einsetzen“, sagte er am Donnerstag.

Die irakischen Kurden hatten sich in der Volksabstimmung vom 25. September mit fast 93 Prozent für die Loslösung ihrer Region vom Irak ausgesprochen. International wird das Votum nicht anerkannt, die Zentralregierung in Bagdad wertete das Votum als Provokation.

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