Russland und Syrien melden wichtigen Sieg über den IS

Russland und Syrien treiben den IS in die Enge - gewonnen ist der Krieg allerdings noch lange nicht.

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Der russische Generalstabschef Sergej Rudskoj im März 2016 bei einem Pressebriefing zu Syrien in Moskau. (Foto: dpa)

Der russische Generalstabschef Sergej Rudskoj im März 2016 bei einem Pressebriefing zu Syrien in Moskau. (Foto: dpa)

Syrische Regierungstruppen haben mit Unterstützung der russischen Luftwaffe Militärangaben zufolge die Extremistenmiliz IS im Osten des Landes weiter zurückgedrängt. Das berichten übereinstimmend die Nachrichtenagentur Reuters, die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA und die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria Novosti. Nahe der Grenze zum Irak sei die Stadt Al-Majadin von den Kämpfern des Islamischen Staats zurückerobert worden, hieß es am Samstag. Nach der weitgehenden Vertreibung der Islamisten aus ihrer faktischen Hauptstadt Rakka war die Stadt in der Provinz Deir Ezzor ein wichtiger Stützpunkt des IS. In den vergangenen Monaten kamen von dort viele der von der Anti-IS-Koalition gesuchten IS-Mitglieder, sagte ein Koalitionssprecher. Der Kampf gegen den IS konzentriert sich mittlerweile auf die letzten Rückzugsorte der Extremisten in der Grenzregion zum Irak.

Laut TASS haben russische Kampfjets in den vergangenen Wochen 383 Einsätze in der Umgebung von Deir Ezzor geflogen. Insgesamt seien 31 Islamistenführer getötet, sagte der russische Generalstabschef Sergej Rudskoj am Freitag in Moskau.

Trotz dieser Erfolge ist der Kampf noch nicht beendet: Laut Rudskoj stehen trotz des massiven Militäreinsatzes von Russen, Syrern und der US-geführten Koalition immer noch acht Prozent des syrischen Territoriums unter der Kontrolle des IS.

Allerdings melden die von den USA unterstützten Kurden der YPG auch Fortschritte im Kampf gegen den IS bei Rakka.

Die einstige IS-Hochburg Rakka steht nach Angaben der syrischen Kurden-Miliz YPG unmittelbar vor der vollständigen Eroberung. „Heute oder morgen könnte die Stadt befreit sein“, sagte ein anonymer YPG-Sprecher am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters. Das von den USA geführte Bündnis gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) teilte mit, in den vergangenen 24 Stunden hätten sich etwa 100 IS-Kämpfer ergeben. Dennoch seien in den kommenden Tagen noch weitere Kämpfe zu erwarten. Rakka war die faktische Hauptstadt des IS. Nach der Befreiung der irakischen Stadt Mossul gilt die endgültige Vertreibung der Extremisten aus Rakka als Meilenstein im Kampf gegen die Islamisten.

Reuters berichtet unter Berufung auf britische Quellen, die US-Koalition und die von der YPG dominierte Milizenallianz Syrische Demokratische Kräfte (SDF) hätten mit dem IS vereinbart, die letzten verbliebenen IS-Kämpfer in Bussen aus Rakka zu bringen. Reuters schreibt, in der Nacht seien Dutzende Busse dort angekommen. Ein Sprecher der US-geführten Koalition sagte, etwa 1500 Personen seien in der vergangenen Woche in Sicherheit gebracht worden. Es ist unklar, wohin die Amerikaner die Personen bringen. Die AFP berichtet, binnen 24 Stunden hätten sich rund hundert IS-Kämpfer ergeben. Anschließend seien sie aus der Stadt gebracht worden. Die ausländischen IS-Kämpfer dürften die Stadt aber nicht verlassen. Welche Nationalitäten diese Söldner haben ist nicht bekannt. In Syrien kämpfen Söldner aus zahlreichen Ländern aus aller Welt.

Die SDF-Allianz aus kurdischen und arabischen Milizen hatte ihre Offensive auf Rakka im Juni gestartet. Von den USA wurden sie dabei mit Luftangriffen unterstützt. Dennoch zog sich die Rückeroberung deutlich länger hin als zunächst erwartet.

Ob Russen und Amerikaner am Ende kooperieren werden ist unklar: Ziel der US-Allianz ist es laut Reuters, im Tal des Euphrats „die Extremisten aus den letzten verbliebenen Städten zu vertreiben“. Tatsächlich wollen verschiedene Kräfte vor allem in die Region vorstoßen, um sich den Zugang zu den Öl- und Gasfeldern zu sichern.

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