Linde senkt Hürde für umstrittene Fusion mit US-Konkurrent

Für die umstrittene Fusion zwischen Linde und Praxair wurden die Hürden gesenkt.

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Der Industriegaskonzern Linde hat ein mögliches Hindernis bei der geplanten Fusion mit seinem US-Konkurrenten Praxair aus dem Weg geräumt. Nur noch 60 Prozent der Aktionäre müssen das Angebot des Unternehmens annehmen, ihre Anteile an der AG in Anteile an der neu geschaffenen Holding umzutauschen – bislang waren es 75 Prozent, berichtet AFP. Zudem verlängert sich die Frist für den Umtausch um zwei Wochen, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Sie endet nun nicht schon am Dienstag um Mitternacht, sondern erst am 7. November.

Bis Freitag hatten nur 50,81 Prozent der Aktionäre ihre Anteilsscheine in Papiere der Linde Holding umgetauscht. Mit Absenkung der Mindestannahmequote und der Fristverlängerung stehen die Chancen nun sehr viel besser, die für die Fusion nötige Quote zu erreichen.

Die Fusion ist äußerst umstritten: Gewerkschaften und Angestellte befürchten den Verlust tausender Arbeitsplätze in Deutschland, eine Einschränkung der Mitbestimmung und eine Schwächung von Linde. Der Konzern beschäftigt in Deutschland etwa 8.000 Mitarbeiter.

Der Aufsichtsrat hatte die Fusion mit Praxair im Juni abgesegnet. Der Deal bedarf noch der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden. Die Fusion mit Praxair zu einem führenden Industriegase-Konzern mit 29 Milliarden Euro Umsatz, einem Börsenwert von annähernd 70 Milliarden Euro und rund 88.000 Mitarbeitern weltweit soll im zweiten Halbjahr perfekt sein. Die Aufsichtsbehörden dürften Auflagen machen, dass der fusionierte Konzern sich von einigen Geschäftsteilen trennt. Linde und Praxair wollen dabei nicht mehr als 3,7 Milliarden Dollar Umsatz abgeben. Konkurrent Messer hat bereits offen Interesse bekundet, die internationalen Rivalen Air Products und Air Liquide wollen sich mögliche Gelegenheiten anschauen.