Russland gibt Kathedrale an evangelische Kirche zurück

Russland hat der evangelisch-lutherischen Kirche eine Kathedrale restituiert.

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, mit Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), und dem deutschen Botschafter in Russland, Rüdiger von Fritsch-Seehausen, am 25.10.2017 in der Kathedrale St. Peter und Paul in Moskau. (Foto: dpa)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, mit Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), und dem deutschen Botschafter in Russland, Rüdiger von Fritsch-Seehausen, am 25.10.2017 in der Kathedrale St. Peter und Paul in Moskau. (Foto: dpa)

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Fast acht Jahrzehnte nach der Enteignung unter Sowjet-Diktator Josef Stalin hat der russische Staat die Moskauer Kathedrale St. Peter und Paul an die evangelisch-lutherische Kirche Russlands zurückgegeben. Bei einer feierlichen Zeremonie in dem Gotteshaus dankte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dem russischen Staatschef Wladimir Putin am Mittwoch für die „wirklich schöne Geste“ im Jahr des Reformationsjubiläums. Damit sei „ein langgehegter Wunsch“ in Erfüllung gegangen.

Steinmeier sagte in seinem Grußwort weiter, er hoffe, dass die Kathedrale „ein Ort der Begegnung bleiben wird, ein Raum, wo Orthodoxe und Lutheraner, Russen und Deutsche einander nah sind“. Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, dankte Russland für die Rückgabe. „Das ist ein starkes Signal zum Reformationsjubiläum und ein großer Grund zur Freude“, sagte er.

St. Peter und Paul ist die Hauptkirche der Lutheraner in Russland. Das Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete Gotteshaus war 1938 unter Stalin enteignet worden, in der Sowjetunion wurde es als Konzertsaal, Kino und Filmstudio genutzt. Seit 2008 durfte die kleine evangelisch-lutherische Gemeinde in Russland die Kathedrale wieder nutzen – allerdings nur auf Basis eines Pachtvertrages.

Steinmeier hatte sich in seiner früheren Funktion als Außenminister bereits dafür eingesetzt, dass der Sakralbau wieder in das Eigentum der evangelisch-lutherischen Kirche übergeht. Anfang des Jahres unterstützte er ein Schreiben von Bedford-Strohm in dieser Angelegenheit an Putin. Die Rückgabe schuf den Anlass für die erste Russland-Reise eines Bundespräsidenten seit sieben Jahren.

Steinmeier will bei seinem bis Donnerstagmorgen dauernden Kurzbesuch in Moskau auch bei einem Treffen mit Putin über das angespannte Verhältnis zwischen Deutschland und Russland sprechen und die Chancen einer Annäherung ausloten. Außerdem besuchte er die Menschenrechtsorganisation Memorial und führte ein Gespräch mit dem ehemaligen sowjetischen Präsidenten und Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow.

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