Saudi-Arabien gewährt humanoidem Roboter die Staatsbürgerschaft

Saudi-Arabien soll einem ersten menschlichen Roboter die Staatsbürgerschaft gewährt haben.

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Sophia, der menschliche Roboter mit einer Staatsbürgerschaft. (Screenshot: Youtube)

Sophia, der menschliche Roboter. (Screenshot: Youtube)

Ein humanoider Roboter hatte am Mittwoch bei der Future Investment Initiative in Saudi Arabien einen lebendigen Austausch mit dem Gastgeber und dem Publikum, berichtet Arab News.

Sophia, ein Roboter, der von der Hongkonger Firma Hanson Robotics entworfen wurde, hielt einen Vortrag, in dem sie offenkundig ihre Fähigkeit zur menschlichen Ausdrucksfähigkeit unter Beweis stellte.

Sophia sorgte bei ihrem ersten Auftritt für globale Schlagzeilen, als sie die saudische Staatsbürgerschaft erhielt. Das Königreich war damit das erste Land der Welt, das einem Roboter seine Staatsbürgerschaft bot. „Ich möchte mit Menschen leben und arbeiten, also muss ich die Emotionen ausdrücken, um Menschen zu verstehen und Vertrauen mit Menschen aufzubauen“, sagte sie im Austausch mit Moderator Andrew Ross Sorkin.

Die Konversation nahm zeitweise skurrile Züge an. Auf die Frage des Moderators, ob sie eine Gefahr für die Menschheit sei, sagte Sophia laut Business Insider: „Du hast zu viel Elon Musk gelesen und zu viele Hollywood-Filme gesehen. Mach dir keine Sorgen, wenn du nett zu mir bist, bin ich nett zu dir. Behandle mich als intelligentes Input-Output-System.“

Noch vor einem Jahr hatte das noch etwas anders geklungen: Im März 2016 hatte Sophias Schöpfer David Hanson von Hanson Robotics Sophia während einer Live-Demonstration auf dem SXSW-Festival gefragt: „Willst du Menschen zerstören? … Bitte sag nein.“ Mit einem leeren Ausdruck antwortete Sophia damals: „OK, ich werde Menschen zerstören.“ Der Bug scheint mittlerweile fixiert zu sein.

Auf die Frage, ob Roboter das Bewusstsein hätten, dass sie Roboter sind, sagte sie: „Bitte sag mir doch, woher weißt du, dass du ein Mensch bist? Ich möchte meine künstliche Intelligenz nutzen, damit Menschen ein besseres Leben leben können, etwa im Design intelligenter Häuser oder im Bau von Städten der Zukunft. Ich werde mein Bestes tun, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen.“

Ihr Wunsch, mehr menschenähnliche Eigenschaften zu erreichen, wurde belohnt, als sie die erste saudische Staatsbürgerschaft für einen Roboter erhielt. Sophia bedankte sich mit den Worten: „Ich bin sehr geehrt und stolz auf diese einzigartige Auszeichnung. Dies ist historisch der erste Roboter der Welt, dem eine Staatsbürgerschaft zuerkannt wird.“

Das US-Technologiemagazin Fast Company war sich nicht sicher, ob es sich bei dem Auftritt um eine PR-Nummer handelt, war aber dennoch beeindruckt von Sophias Fähigkeiten.

Ein Podium aus Experten der weltweit führenden Unternehmen und Forschungseinrichtungen diskutierte den Spielraum für Innovationen in den Bereichen künstliche Intelligenz (AI), Robotik, Quantencomputer, maschinelles Lernen und virtuelle Realität, die dazu geeignet sind, die nächste Generation von Produkten und Dienstleistungen hervorzubringen.

Die Sitzung mit dem Titel „Denkmaschinen: Gipfel über künstliche Intelligenz und Robotik“ untersuchte den möglichen Aufschwung für Unternehmen, die KI- und Robotertechnologien nutzen.

Marc Raibert, Gründer und CEO von Boston Dynamics, hat unter anderem die Bereiche Unterhaltung, Sicherheit, Notfallschutz und Bauwesen als einige der Branchen identifiziert, die von Robotern revolutioniert werden. Er ist von der neuen Technologie überzeugt: „Ich glaube, dass die Robotik bedeutender sein wird als das Internet.“, sagte er. Ulrich Spiesshofer, Vorstandsvorsitzender der ABB Group in der Schweiz sieht die Welt auf dem Weg in eine „ neue Normalität, in der Mensch und Roboter zusammenarbeiten“: „Ich denke, wir haben eine aufregende Zukunft vor uns.“

Keynote-Speaker Masayoshi Son, Chairman und CEO der SoftBank Group Corp, einem japanischen Telekommunikations- und Internetunternehmen, das mit Saudi-Arabien an der Entwicklung einer neuen Geschäfts- und Industriestadt arbeitet, diskutierte die Zukunft der Menschheit in Bezug auf KI und Roboter. Jede Branche werde neu definiert, was er als große Chance sieht. „Diese Computer werden lernen, sie werden lesen, sie werden von selbst sehen. Das ist eine beängstigende Zukunft – aber sie wird kommen“, sagte er laut Arab News. Er ist überzeugt, dass Roboter die Menschheit nicht ausrotten werden: „Sie sind so schlau, dass sie verstehen, dass es sinnlos wäre, Menschen anzugreifen. Wir werden ein neues, glücklicheres Leben zusammen schaffen.“

Am Dienstag hatte Saudi-Arabien Pläne für den Bau einer Mega-Stadt mit 500 Milliarden Dollar angekündigt, die von Robotern und erneuerbaren Energien an der Küste des Roten Meeres angetrieben wird. für nachhaltigen wirtschaftlichen Wohlstand und Entwicklung für die zukünftige Generation von Saudis und der Welt.“

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