Britische Notenbank leitet Wende ein und erhöht den Leitzins

Die britische Notenbank steigt aus der lockeren Geldpolitik aus.

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Der britische Notenbankchef Mark Carney. (Foto: dpa)

Der britische Notenbankchef Mark Carney. (Foto: dpa)

Die britische Notenbank hat die erste Zinserhöhung seit zehn Jahren gewagt. Die Bank of England (BoE) teilte am Donnerstag mit, den Schlüsselsatz zur Versorgung der Geldinstitute um einen Viertelpunkt auf 0,5 Prozent anzuheben. Die Entscheidung fiel mit sieben zu zwei Stimmen. Die BoE hatte den Leitzins im August 2016 nach dem Brexit-Schock auf das historisch niedrige Niveau von 0,25 Prozent gesenkt. Die Notenbank reagiert nun mit der Rolle rückwärts auf die stark anziehende Inflation auf der Insel, die an der Kaufkraft der Briten nagt.

Seit dem EU-Austrittsvotum vom Juni 2016 hat das Pfund deutlich abgewertet, was Importe verteuert und so die Preise anheizt. Mittlerweile liegt die Teuerung mit drei Prozent weit über der Zielmarke der BoE. Eine straffere Geldpolitik stärkt tendenziell die Währung und dämpft die Inflation.

BoE-Chef Mark Carney sagte nach der Entscheidung am Donnerstag, die Prognosen der BoE basierten auf der Annahme von zwei weiteren Zinsschritten binnen drei Jahren. „Und wir brauchen diese zwei zusätzlichen Erhöhungen in der Tat“, betonte Carney. Es gehe darum, die Inflation wieder zum Zielwert von zwei Prozent zurückzubringen. Die Bank of England (BoE) hatte zuvor den Schlüsselsatz zur Versorgung der Geldinstitute um einen Viertelpunkt auf 0,5 Prozent angehoben. Die Notenbank reagiert damit auf die stark anziehende Inflation auf der Insel, die an der Kaufkraft der Briten nagt. Zugleich ist die einst vor Kraft strotzende Wirtschaft zuletzt nur noch schwach gewachsen. Manche Fachleute erwarteten daher eher, dass die Notenbank bis Mitte 2019 auf weitere Erhöhungen verzichtet. Bis dahin sollen auch die stockenden Brexit-Verhandlungen abgeschlossen sein: Stichtag ist der 29. März 2019.

Doch die einst vor Kraft strotzende Wirtschaft Großbritanniens legte zuletzt nur noch relativ schwach zu. Manche Experten sehen den Schritt der Notenbank daher mit Skepsis: „In solch einem Umfeld die Zinsen anzuheben, ist ein gewagtes Manöver. Die Gefahr ist nicht unerheblich, dass der Schuss nach hinten losgeht“, sagte Ökonom Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank. Viele Fachleute erwarten, dass die Notenbank nun vorerst still hält und bis Mitte 2019 auf weitere Erhöhungen verzichtet. Bis dahin sollen auch die stockenden Brexit-Verhandlungen über die Bühne gegangen sein. Als Austrittsdatum steht der 29. März 2019 fest.

Die Londoner Börse weitete nach der BoE-Entscheidung ihre Gewinne aus. Und die Anleger strichen beim Pfund Sterling Gewinne ein. Analyst Craig Erlam vom Devisenbroker Oanda erläuterte, dass in den ersten Kommentaren der Notenbank keine Hinweise auf weitere Zinserhöhungen erkennbar seien. Die britische Währung rutschte auf 1,3125 Dollar, nachdem sie zuvor um 1,32 Dollar gependelt war.

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