Russland und China wollen die Dominanz des Dollar brechen

Russland und China wollen die russische Kreditkarte Karta Mir als Alternative zu den US-Anbietern Mastercard und Visa positionieren.

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Der chinesische Präsdident Xi Jinping (r) und der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew am 01.11.2017 in Peking. Mit der russischen Kreditkarte Karta Mir und dem Zahlungssystem Chinas soll die USA ausgehebelt werden. (Foto: dpa)

Der chinesische Präsdident Xi Jinping (r) und der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew am 01.11.2017 in Peking. (Foto: dpa)

Russland und China könnten sich zusammenschließen, um ihre nationalen Zahlungssysteme miteinander zu verbinden und damit westlichen Alternativen Konkurrenz zu machen, sagte der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew am Mittwoch auf einer Veranstaltung in Peking laut Newsweek. Das Magazin verweist auf die gemeinsamen Bestrebungen von Russland und China, „die Dominanz des Dollars zu erschüttern“.

Russland und China spielen mit dem Gedanken, ihre Zahlungssysteme miteinander zu verweben, berichtet Reuters. Die globale Finanzstruktur müsse ausgewogener sein. So könnten Probleme mit US-Systemen vermieden werden, ergänzte Medwedew und verwies ausdrücklich auf die amerikanischen Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard. Details nannter er nicht.

Russland hat nach den Sanktionen des Westens im Zuge des Ukraine-Konflikts sein eigenes Zahlungssystem Karta Mir aufgebaut. Mittlerweile hat es in Russland eine hohe Akzeptanz gewonnen.

Medwedew hob den Erfolg von Chinas Unionpay-System und Pekings Bemühungen um die Internationalisierung seiner Währung, des Yuan, hervor und verwies auf dass Russlands eigenes Zahlungssystem Karta Mir.

„Im Moment wird diskutiert, ob Karta Mir in irgendeiner Weise mit chinesischen Zahlungssystemen verbunden sein sollte“, sagte Medwedew am Mittwoch, so die russische staatliche Nachrichtenagentur Itar-Tass.

Russland hatte die Entwicklung an Karta Mir nach dem Ausbruch des Ukraine-Konflikts 2014 begonnen.

In Anwesenheit seines chinesischen Amtskollegen Li Keqiang sagte Medwedew, dass das System „den Bürgern erlauben werde, die Karte sowohl auf dem Territorium Russlands als auch in den Territorien anderer Länder zu verwenden.

„Ich denke, das hat große Perspektiven, die es uns möglich machen, Probleme zu vermeiden, die bei der Verwendung amerikanischer Zahlungssysteme entstehen. Ich beziehe mich auf Visa, MasterCard und andere von der gleichen Art. “

Russland versucht aktuell, seine Wirtschaft enger an China und den Fernen Osten heranzuführen. Während seines Besuchs in China kündigte Medwedew an, dass eines der zukünftigen gemeinsamen Projekte ein Fonds für „innovative Studien“ sein würde.

„Ich denke, je mehr Finanzinstrumente es in der modernen Welt gibt, desto stabiler wird das globale Finanzsystem sein“, sagte Medwedew. „Die Welt braucht ein ausgewogenes System von Finanzbeziehungen, das auf der Verwendung unterschiedlicher Reservewährungen für verschiedene Transaktionen beruht. Es sollte keine Dominanz einer einzelnen Währung geben. “

China ist derzeit bestrebt, seine Yuan-Währung als potenziellen Konkurrenten zum US-Dollar zu internationalisieren. Der russische Rubel muss sich dagegen nach Einschätzung von Newsweek noch vollständig von einer Finanzkrise erholen, die 2014 begann.

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