Kim Dotcom erhält hohe Entschädigung für Polizei-Razzia

Kim Dotcom hat in Neuseeland eine hohe Entschädigung wegen einer unverhältnismäßigen Polizei-Razzia erhalten.

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Kim Dotcom vor dem Auckland District Court, am 8. Oktober 2015. (Foto: dpa)

Kim Dotcom vor dem Auckland District Court, am 8. Oktober 2015. (Foto: dpa)

Kim Dotcom und seine frühere Frau Mona haben laut NZ Herald eine vertrauliche Einigung mit der Polizei wegen einer massiven Razzia vereinbart, bei der der Gründer von Megaupload verhaftet worden war. Dotcom und seine Frau sagten, sie hätten die Einigung akzeptiert, um ihre Kinder zu beschützen, und weil sich die Regierung Neuseelands „kürzlich zum Besseren gewandelt“ habe.

Dotcom hatte gegen die spektakuläre Razzia geklagt, bei der neuseeländische Anti-Terrorkräfte in der Dämmerung im Januar 2012 auf das 30 Millionen Dollar teure Villen-Areal des gebürtigen Deutschen vorgedrungen waren. Die Spezialeinheiten rückten unter anderem mit einem Hubschrauber an und zwangen Dotcoms Frau, im Nachthemd im Freien zu warten. Die allgemein als unverhältnismäßig eingeschätzte Operation war unter anderem mit gefälschten Vorlagen begründet worden: So zeigten Fotos Dotcom mit einer Waffe, um ihn als gewalttätig darzustellen. Die Aufnahmen mit einer Waffe stammten allerdings von einem Tontaubenschießen. Außerdem wurde Dotcoms Privatsphäre illegal durch Überwachungsmaßnahmen verletzt.

Die Razzia war Teil einer weltweiten FBI-Operation, bei der die Dotcom-Website Megaupload, die angeblich im Mittelpunkt einer massiven kriminellen Urheberrechtsoperation stand, aus dem Verkehr gezogen wurde.

Dotcom und drei weitere Mitarbeiter waren verhaftet worden und warten seither auf ihre Auslieferung in die Vereinigten Staaten. Dort droht ihnen eine Anklage, die sie jahrzehntelang ins Gefängnis bringen könnte.

Auch Dotcoms Mitarbeiter Bram van der Kolk und Mathias Ortmann haben sich laut NZ Herald mit der Polizei geeinigt.

Die Entschädigungen sollen im sechsstelligen Bereich liegen. Allerdings vermutet der NZ Herald, dass die Entschädigung für Dotcom sogar darüber liegen könnte.

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