Wien bekommt autonom fahrende U-Bahn-Linie

Österreichische Siemens-Tochter baut selbstfahrende Züge für die Wiener U-Bahn.

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Bereits im März 2013 wurde die Métro Paris von Siemens ausgestattet. Fahrerlose U-Bahn vom Louvre zum Triumphbogen. (Foto: Siemens AG)

Bereits im März 2013 wurde die Métro Paris von Siemens ausgestattet. Fahrerlose U-Bahn vom Louvre zum Triumphbogen. (Foto: Siemens AG)

Wien startet in ein neues, technologisches Zeitalter. Mit der geplanten U5 gibt es nicht nur den Lückenschluss im Wiener U-Bahnnetz – die Linie wird auch vollautomatisch unterwegs sein.

Ab 2020 könnte der erste neue Zug durch den Wiener Untergrund rollen. Vorgesehen sind zu diesem Zeitpunkt erst einmal Testfahrten mit Fahrern. Doch mit der für 2023 geplanten Inbetriebnahme der U5 wird die erste U-Bahn in Wien dann vollautonom unterwegs sein. Die gesamte Tranche soll bis 2030 geliefert werden.

Gebaut werden die Züge im österreichischen Siemens-Werk in Wien. In Auftrag wurden 34 Züge gegeben – mit einer Option auf insgesamt 45. Die Österreich-Tochter des deutschen Unternehmens hatte den Zuschlag für den Großauftrag erhalten, wie ein Sprecher der Wiener Linien der Nachrichtenagentur APA mitteilte. An der Ausschreibung hatte sich auch der kanadische Bombardier-Konzern beteiligt.

Das Auftragsvolumen des U-Bahn-Geschäfts umfasst bis zu 550 Millionen Euro. Davon werden rund 70 Prozent in die Züge und 30 Prozent in die Instandhaltung fließen, wie der Sprecher der Wiener Linien erläuterte.

Die neuen Wagen sind durchgängig begehbar, barrierefrei, klimatisiert und videoüberwacht. Seitens der Wiener Linien wird hervorgehoben, dass ein besseres Störungsmanagement, besseres Kundenservice, leichteres Einhalten der Fahrpläne im Normalbetrieb und vor allem im Störungsfall, sowie mehr Sicherheit durch Bahnsteigtüren nur einige Vorteile des vollautomatischen Betriebs sind.

Die Bahnsteige der U5 werden mit Bahnsteigtüren ausgestattet sein, die zusätzlich auch zur Sicherheit beitragen, heißt es bei den Wiener Linien. Die bestehenden Stationen (Rathaus, Volkstheater, Museumsquartier und Karlsplatz) werden mit Bahnsteigtüren nachgerüstet und die Neubaustation beim Frankhplatz, sowie alle weiteren künftigen Stationen der U5, entsprechend den technischen Erfordernissen der Bahnsteigtüren gebaut. Über kabellose Verbindungen (z.B. WLAN) werden die vollautomatisch betriebenen Züge mit der Leitstelle in Erdberg kommunizieren.

Mit dieser Investition reiht sich Wien in einen Club von Städten ein, die bereits auf autonome U-Bahnen setzen. Auch im französischen Lille, in Singapur, Barcelona, Kopenhagen, Dubai, Lyon, London und Budapest fahren automatische U-Bahnzüge. Ebenso betreiben Nürnberg und Paris fahrerlose U-Bahnen. In beiden Städten wurden die Bahnen von Siemens ausgerüstet. Besonders bei Neubauprojekten wird weltweit immer mehr auf vollautomatischen U-Bahn-Betrieb gesetzt.

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