Chiphersteller Broadcom will Konkurrent Qualcomm kaufen

Der US-Chiphersteller Broadcom hat ein Übernahmeangebot für den Konkurrenten Qualcomm abgegeben.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Eine grafische Darstellung eines Qualcomm-Chips. Das Unternehmen soll von Broadcom übernommen werden. (Grafik: The Verge.com)

Eine grafische Darstellung eines Qualcomm-Chips. (Grafik: The Verge.com)

Broadcom will mit der größten jemals getätigten Übernahme in der Technologiebranche einen neuen Chipgiganten schmieden, berichtet Reuters. Dem Wettbewerber Qualcomm werde eine Offerte für insgesamt 130 Milliarden Dollar inklusive Schulden unterbreitet, teilte der US-Konzern am Montag mit. Qualcomm bestätigte, ein nicht abgestimmtes Gebot erhalten zu haben. Eine Fusion der beiden Unternehmen, die vor allem Smartphone-Hersteller beliefern, dürfte dem Konkurrenten Intel Kopfschmerzen bereiten. Zuletzt hatte sich der weltgrößte Chipkonzern auch wieder stärker um Smartphone-Anbieter bemüht und unter anderem Apple gewonnen.

An der Wall Street kam das Gebot gut an: Die Qualcomm-Aktie legte vorbörslich 3,4 Prozent zu. Bei Broadcom ging es 0,3 Prozent nach oben.

In der Chipbranche, in der die einzelnen Hersteller hohe Entwicklungskosten tragen, grassiert seit einiger Zeit das Fusionsfieber. So hat Broadcom auch noch nicht den 5,5 Milliarden Dollar schweren Kauf von Brocade Communications abgeschlossen. Qualcomm selbst befindet sich derzeit mitten in der 38 Milliarden Dollar schweren Übernahme des niederländischen Chipanbieters NXP, der einst zu Philips gehörte. Laut Wall Street Journal strebt der Chiphersteller Marvell Technology den Kauf des Konkurrenten Cavium an, wodurch ein Konzern mit etwa 14 Milliarden Dollar Marktwert entstehen würde.

Die Qualcomm-Offerte sei unabhängig davon, ob der Deal mit NXP zu den genannten Bedingungen zustandekomme oder platze, teilte Broadcom mit. Der Konzern bietet den Qualcomm-Aktionären nach eigenen Angaben 60 Dollar pro Aktie in bar sowie 10 Dollar je Aktie in Broadcom-Anteilsschein. Dies entspricht einem Aufschlag von fast 28 Prozent auf den Qualcomm-Schlusskurs von Donnerstag. Bisher scheinen Broadcom und Qualcomm noch nicht direkt miteinander gesprochen zu haben. Einem FT-Bericht zufolge will Qualcomm die Offerte als zu niedrig zurückweisen. Insider hatten Reuters bereits am Freitag über ein möglicherweise anstehendes Gebot informiert.

Qualcomm versorgt Smartphone-Hersteller wie Apple, Samsung und LG mit sogenannten Modem-Chips, die die Telefone mit drahtlosen Daten-Netzwerken verbinden. Broadcom ist ebenfalls ein wichtiger Lieferant von WiFi-Chips an dieselben Abnehmer. Diese gelten eher als Standardprodukte und sind deutlich günstiger als Modem-Chips.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***