Historischer Einschnitt: General Electric muss Dividende halbieren

Erstmals seit dem Krisenjahr 2009 muss der Industriekonzern General Electric die Dividenden kürzen.

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Der schwächelnde US-Industriekonzern General Electric muss zum zweiten Mal nach der großen Wirtschaftskrise in den Dreißigerjahren seine Ausschüttung an die Aktionäre kürzen. Der Siemens-Konkurrent kündigte am Montag vor einer Investorenkonferenz in New York an, die Quartalsdividende auf 12 Cent je Aktie zu halbieren.

General Electric hat sich vom Aushängeschild zum trägen Dino der US-Wirtschaft und Prügelknaben der Wall Street entwickelt. In diesem Jahr sank der Börsenwert des Traditionsunternehmens schon um rund ein Drittel auf zuletzt 178 Milliarden Dollar. Der seit August amtierende Konzernchef John Flannery soll das Ruder herumreißen. Doch dafür braucht er Geld – durch die gekappte Dividende behält er Quartal für Quartal rund eine Milliarde Dollar mehr im Unternehmen. „Wir verstehen die Tragweite dieser Entscheidung für unsere Investoren“, sagte Flannery, „und sie ist uns deshalb nicht leicht gefallen.“

Die Aktie von General Electric fällt seit Ende 2016. Seitdem sank der Börsenwert inmitten boomender Märkte um über ein Drittel auf zuletzt 178 Milliarden Dollar (153 Milliarden Euro). Am Montag lag die Aktie in New York im frühen Handel mit etwa 3,5 Prozent im Minus.

Dem Papier des 125 Jahre alten US-Traditionsunternehmens, dessen Wurzeln auf den Glühbirnen-Erfinder Thomas Edison zurückgehen, droht nun mangels Börsenwert gar der Rauswurf aus dem Dow Jones. Damit würde Finanzgeschichte geschrieben: General Electric zählte zu den Gründungsmitgliedern des weltweit bekanntesten Aktienindex, als dieser 1896 an den Start ging.

Der Konzern musste zuletzt in der globalen Finanzkrise 2009 die Dividende kürzen. Anders als die Unternehmen im Dax schütten viele US-Firmen vierteljährlich Gewinne an die Aktionäre aus.

General Electric will sich auf drei Kern-Geschäftsbereiche spezialisieren. Luftfahrt, Energie und Gesundheit seien die drei Bereiche mit dem größten Wachstumspotenzial, in denen GE über die nötige Technologie, die erforderliche Größe und Kunden verfüge, sagte Flannery am Montag bei der Vorstellung der neuen Strategie.

Die Kosten sollen mit Flannerys Programm um mehr als zwei Milliarden Dollar im Jahr gesenkt werden. GE werde sich in ein bis zwei Jahren von Unternehmensteilen im Wert von mehr als 20 Milliarden Dollar trennen.

Zugleich nahm Flannery die Gewinnprognose für das kommende Jahr auf 1,00 bis 1,07 Dollar je Aktie zurück. Für 2017 peilt der Konzern 1,04 bis 1,12 Dollar an. Zuvor hatte Flannery die Quartalsdividende halbiert – erst die dritte Senkung in der 125-jährigen Firmengeschichte. Das soll künftig im Jahr vier Milliarden Dollar sparen.

Bei GE arbeiteten Ende 2016 rund 295.000 Menschen. Ein Jahr zuvor waren es noch 333.000 Angestellte.