Norwegen wegen Ölsuche in der Barentssee verklagt

Mehrere Umweltschutzorganisationen verklagen die norwegische Regierung wegen Ölbohrungen in der Barentssee.

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Aktivisten demonstrieren am 27.02.2017 in Tromsö in Kajaks und Schlauchbooten vor einer Bohrplattform des Ölkonzerns Statoil gegen Bohrungen in der Arktis. (Foto: dpa)

Aktivisten demonstrieren am 27.02.2017 in Tromsö in Kajaks und Schlauchbooten vor einer Bohrplattform des Ölkonzerns Statoil gegen Bohrungen in der Arktis. (Foto: dpa)

In Oslo hat am Dienstag ein Prozess gegen den norwegischen Staat wegen der von ihm erteilten Genehmigung zur Erdölsuche in der Barentssee begonnen. Die Kläger – Greenpeace Norwegen und die Umweltorganisationen Natur og Ungdom (Natur und Jugend) sowie die Grandparents Climate Campaign – werfen dem Staat vor, mit der Genehmigung gegen die norwegische Verfassung und gegen das Pariser Klimaabkommen von 2015 zu verstoßen.

Die norwegische Verfassung sieht seit 2014 das Recht auf eine unversehrte Natur vor. Nach Angaben der Kläger handelt es sich um die erste Klage dieser Art. Norwegen ist der größte Förderer von Erdöl in Westeuropa. Allerdings sind die Einnahmen  aus dem Erdölgeschäft rückläufig. Die derzeitige Produktion von Rohöl beträgt nur noch die Hälfte derjenigen von 2001. Für die kommenden Jahre erwartet die Regierung eine weitere Reduzierung der Förderung, falls keine ertragreichen neuen Quellen gefunden werden. Insbesondere die Barentssee ist deshalb ins Visier des staatlichen Ölkonzerns Statoil geraten.

Im Mai 2016 erteilte Norwegen zehn Probebohrlizenzen an 13 Erdölkonzerne – darunter Statoil, Chevron aus den USA, DEA aus Deutschland, ÖMV aus Österreich und Russlands Lukoil. Die Umweltorganisationen fordern eine Annullierung der Konzessionen und begründen dies mit den Gefahren für die Umwelt.

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