Börsen: Korrektur am deutschen Aktienmarkt

Der deutsche Aktienmarkt stand in den vergangenen Tagen im Zeichen einer Korrekturbewegung.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Bulle und Bär – Symbole für Auf- und Abschwung vor der Frankfurter Börse. (Foto: dpa)

Bulle und Bär – Symbole für Auf- und Abschwung vor der Frankfurter Börse. (Foto: dpa)

Der Kurs des Dax in der Sicht des vergangenen Monats. (Grafik: ariva.de)

Der Kurs des Dax in der Sicht des vergangenen Monats. (Grafik: ariva.de)

Der deutsche Leitindex DAX ist in den zurückliegenden Tagen um knapp fünf Prozent abgerutscht und sank deutlich unter die Marke von 13.000 Punkten auf bis zu 12.850 Punkte. Anfang November stand der Kurs noch bei fast 13.500 Punkten. Am Donnerstag und Freitag kam es schließlich zu einer leichten Erholungsbewegung auf bis zu etwa 13.050 Punkte, wobei der Kurs am Freitag bei etwa 13.030 Punkten stagnierte. Die von Nervosität geprägte Börsensituation in der jüngsten Vergangenheit wird von Marktanalysten in erster Linie dem starken Anstieg des Euro zugeschrieben, dessen Kursauf 1,1847 US-Dollar gestiegen war und damit so hoch wie seit knapp vier Wochen nicht mehr notiert hatte.

Infolge dessen hatten sich zahlreiche Marktteilnehmer dazu entschlossen, sich von ihren Anteilen zu trennen und Gewinne mitzunehmen, da sie wohl davon ausgingen, dass ein starker Euro die Chancen der deutschen Exportwirtschaft schmälert. Ein weiterer wichtiger Grund für die Korrektur dürften wachsende Zweifel am Gelingen der von US-Präsident Donald Trump angekündigten Steuerreform gewesen sein. Das Versprechen der Steuerreform gilt als wichtigster Treiber der seit der Wahl Trumps am US-Aktienmarkt stattfindenden Rally, weil sich Investoren von den gesunkenen Unternehmenssteuern höhere Dividenden in der Zukunft versprechen. Ein Gelingen der Reform ist also im Markt bereits eingepreist – jede weitere Verzögerung birgt daher Rückschlag-Potential.

Darüber hinaus wurden die Aktienmärkte von dem erneut schwächeren Ölpreis beeinträchtigt. Am Mittwoch verbilligte sich die Sorte Brent aus der Nordsee deutlich um 1,4 Prozent auf 61,31 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Am Freitag verharrte der Preis noch immer bei rund 61,40 Dollar. Hintergrund war Beobachtern zufolge die Bedarfsprognose der IEA, der Internationalen Energie-Agentur, die ein von größerer Zurückhaltung bestimmtes Nachfrageverhalten erwartet. Im Anschluss daran waren Anleger aus Titeln der Ölbranche ausgestiegen. Auf europäischer Ebene gehörten auch Bankaktien und Papiere von Versorgern zu den Leidtragenden der kurzfristigen Börsenschwäche.

Sollte der Anstieg der Kurse anhalten, steht einer Fortsetzung des recht robusten Aufwärtstrends am Aktienmarkt eigentlich nichts im Wege, weil die Zentralbanken noch immer eine unterstützende Geldpolitik tiefer Leitzinsen und Anleihekäufe (EZB) verfolgen. Ohnehin waren zahlreiche Analysten großer Banken schon zu Beginn des Jahres von einer guten bis sehr guten Herbst-/Winter-Rallye ausgegangen. Demnach wären die jüngsten Abschläge nur als kurzfristiger, technischer Rücksetzer zu werten. Und somit könnte auch die Erholung beispielsweise des DAX zum Ende der Börsenwoche ein positives Signal darstellen.

Indes zeigte sich der Euro-Kurs zur Börseneröffnung am Donnerstag nur wenig bewegt. Er wurde bei etwa 1,178 US-Dollar gehandelt und damit ungefähr zum gleichen Kurs wie am Abend zuvor. Auch am Freitagmorgen lag der Kurs bei diesem Niveau.

Trotz des jüngsten Rücksetzers ist die Mehrzahl der Marktbeobachter nicht in Alarmstimmung. Nach Meinung eines Börsenhändlers könne noch nicht von einem negativen Stimmungswandel gesprochen werden, sondern eher von einer Abkühlung der Stimmung nach der jüngsten Rekordrally.