Kleinstadt blockiert Ausbeutung ihres Grundwassers durch Nestle

Eine Kleinstadt im US-Bundesstaat Michigan legt sich mit dem Lebensmittelkonzern Nestle an.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Das Logo von Nestle. Der Konzern befindet sich im Streit mit einer US-Kleinstadt. (Foto: dpa)

Das Logo von Nestle. (Foto: dpa)

Die Kleinstadt Evart im US-Bundesstaat Michigan hat weitere Versuche des Lebensmittelriesen Nestle blockiert, noch mehr Grundwasser der Gemeinde abzupumpen, um es in Flaschen als Trinkwasser zu verkaufen.

Wie globalnews.ca berichtet, beantragte Nestle eine Erhöhung der täglichen Fördermenge, um damit das circa 50 Kilometer entfernte Abfüllwerk in Standwood zu versorgen. Die neue Pumpe hätte es dem Konzern ermöglicht, etwa 1.500 Liter Grundwasser pro Minute abzupumpen. Auf Sicht von 24 Stunden wären dies 4,2 Millionen Liter.

Derzeit darf Nestle pro Minute 945 Liter fördern. Diese Höchstmenge wurde bereits einmal erhöht. Bis zum Jahr 2015 galt eine Obergrenze von 565 Litern pro Minute.

Mit dem Geschäft mit Trinkwasser verdient Nestle jedes Jahr weltweit viele Milliarden. Im laufenden Jahr stieg Trinkwasser zum meistverkauften Getränk in Flaschen in den USA auf. Allein im Jahr 2016 erwirtschaftete Nestle damit einen Umsatz von 7,4 Milliarden Dollar in den USA.

Das Michigan Department of Environmental Quality berät seit etwa einem Jahr über den Antrag zu Erweiterung der Förderkapazität. Anzeigen von Bürgern und amerikanischer Ureinwohner hatten den Prozess in die Länge gezogen. Der Widerstand hatte Zuspruch durch Berichte erhalten, wonach das Oberflächenwasser rund um andere Pumpstationen von Nestle inzwischen deutlich zurückgegangen sein soll.