Österreich soll Teil der Neuen Seidenstraße werden

Mit dem Prestigeprojekt „Neue Seidenstraße“ will China den Güterverkehr zwischen Asien und Europa verbessern.

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Ein Hindernis für das Projekt Neue Seidenstraße sind derzeit die unterschiedlichen Spurweiten der Bahn. (Foto: dpa)

Ein Hindernis für das Projekt sind derzeit die unterschiedlichen Spurweiten der Bahn. (Foto: dpa)

Die „Neue Seidenstraße“ läuft bisher von China nach Osteuropa und führt durch 19 Wirtschaftsräume. Darunter sind – neben China und Singapur – Russland, der Iran und die Türkei. Bei diesem chinesischen Mega-Projekt handelt es sich um die Reaktivierung des legendären Handelsweges. Diese Route soll ausgebaut werden und bis nach Österreich führen.

Jedoch gibt es ein logistisches Problem. Es sind die unterschiedlichen Spurweiten der Bahn: Züge, die im slowakischen Kosice ankommen, können aufgrund der Breitspur nicht ohne weiteres bis Österreich weitergeleitet werden. Daher führt die derzeitige Planung an Österreich vorbei.

Aus diesem Grund fordern die Wirtschaftskammer Wien und die ÖBB eine Infrastruktur-Initiative, um Österreich an die Neue Seidenstraße anzubinden. Denn würde die Breitspur bis Österreich verlängert, könnte hier ein gewaltiger Logistik-Hub (Hauptumschlagbasis) entstehen.

Walter Ruck, der Präsident der Wirtschaftskammer Wien, appelliert daher an die neue Bundesregierung, diesem Projekt höchste Priorität einzuräumen und fordert eine Grundsatzentscheidung der Politik, um Wien als künftige Logistikdrehscheibe zwischen Asien und Europa zu positionieren. Ruck betont: „Die Anbindung an die Seidenstraße mittels Breitspureisenbahn muss für die Politik Top-Priorität bekommen. Wir können es uns nicht leisten, diese Jahrhundertchance verstreichen zu lassen. Österreichs Chancen, Teil der Seidenstraße zu werden, sind wieder intakt. Dafür benötigen wir aber eine Infrastruktur-Offensive mit Ausbau von Schiene, Straße, Luft- und Wasserwegen in der Ostregion.“

Im Raum Parndorf soll ein Breitspurterminal errichtet werden, der Lobautunnel und die dritte Piste am Wiener Flughafen gebaut sowie der Wiener Hafen erweitert werden. Auch ÖBB-Chef Andreas Matthä spricht von einem strategischen Projekt von enormer wirtschaftlicher Bedeutung für ganz Europa. „Wir bringen unser technisches Know-how und unsere Kraft als zweitstärkste Güterbahn Europas dafür ein. Ein wichtiger erster Schritt ist die neue Kooperation zwischen sieben Staatsbahnen, um einen neuen, schnelleren Güterkorridor von China nach Mitteleuropa aufzubauen.“

Unlängst hatte die Wirtschaftskammer Wien mit ihrem Pekinger Pendant ein Handelsabkommen geschlossen. Ziel ist eine umfangreiche Kooperation im Kontext mit der Seidenstraßen-Errichtung.