Société Générale: Anleger sollten sich jetzt aus Aktien zurückziehen

Die Großbank Société Générale empfiehlt Anlegern einen Rückzug aus den Aktienmärkten. In den kommenden Jahren gäbe es dort nichts mehr zu verdienen, sondern zu verlieren.

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Ein Händler an der New York Stock Exchange im Januar 2016. Die Société Générale rät vom Aktienhandel ab. (Foto: dpa)

Ein Händler an der New York Stock Exchange im Januar 2016. (Foto: dpa)

Der Kursverlauf des S&P 500 seit 1997. (Grafik: ariva.de)

Der Kursverlauf des S&P 500 seit 1997. (Grafik: ariva.de)

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Die französische Großbank Société Générale warnt vor Kurseinbrüchen an den weltweiten Aktienmärkten. Anleger sollten sich jetzt aus Aktien zurückziehen, weil in den kommenden Jahren deutliche Kursrückgänge wahrscheinlich sind.

Nach Meinung der Analysten der Bank ließen sich in den kommenden beiden Jahren insbesondere auch mit US-Aktien kein Geld mehr verdienen. „Wir erwarten, dass die bereits hohen Preise und steigende Renditen bei Anleihen die Performance der Aktienindizes im Jahr 2018 begrenzen werden und die Aussichten auf eine Rezession in den USA im Jahr 2020 zu Gewinnmitnahmen am Aktienmarkt im Jahr 2019 führen werden. Bedenklich ist außerdem die große Zahl an Wetten, die auf eine weiterhin schwache Schwankungsanfälligkeit (VIX-Index) abzielen. Diese könnten das Verhältnis von Rendite und Risiko durcheinanderbringen, wenn die Schwankungen doch zunehmen“, wird ein Analyst der Bank von Market Watch zitiert.

Die Wachstumsaussichten für Aktien seien auch deswegen schlecht, weil positive Erwartungen und Hoffnungen bereits in den gegenwärtigen Notierungen eingepreist seien. Das Rückschlagpotential sei deshalb hoch. Insbesondere die Erwartung tieferer Unternehmenssteuern durch die geplante Steuerreform von US-Präsident Trump sei bereits in den Kursen amerikanischer Unternehmen eingepreist, eine praktische Umsetzung der Reform selbst jedoch noch immer unsicher.

Die Analysten warnen, dass US-Aktien inzwischen überbewertet sind. „Tatsächlich stehen US-Aktien derzeit mit Blick auf alle gebräuchlichen Wert-Bestimmungsmethoden weit über ihrem langfristigen Durchschnitt und auf einem Niveau, dass zuletzt während der Dotcom-Blase Ende der 1990er Jahre gesehen wurde.“

Société Générale rechnet damit, dass der S&P 500 das nächste Jahr bei einem Stand von 2.500 Punkten abschließen wird, was ein Rückschritt von den derzeitigen Ständen um 2.600 Punkte wäre. Für Ende 2019 rechnet die Bank sogar nur mit einem Schlussstand von 2.000 Punkten, wie aus einer Grafik hervorgeht.

Auch für die europäischen Aktienmärkte sind die Vorhersagen der Bank negativ:

Der breit aufgestellte Stoxx Europe 600 liegt derzeit bei etwa 387 Punkten. Ende 2018 werden es demnach 385 und Ende 2019 nur noch 310 sein.

Der Euro Stoxx 50 liegt derzeit bei etwa 3.580 Punkten. Ende 2018 werden es 3.700 und Ende 2019 nur noch 3.000 Punkte sein.

Der deutsche Leitindex Dax liegt derzeit bei etwa 13.000 Punkten. Er wird der Bank zufolge Ende 2018 bei 13.500 und Ende 2019 bei nur noch 11.000 Punkten liegen.

Ähnliche Abschläge erwartet Société Générale für die anderen europäischen Aktienmärkte. „Wir empfehlen auch, dass Sie Abstand von Großbritannien nehmen, weil sich die Brexit-Verhandlungen beschleunigen und verschiedene Szenarios denkbar sind. Nur ein weicher Brexit könnte den britischen Leitindex FTSE 100 noch unterstützen.“