Chef der Privatbank Julius Bär tritt überraschend zurück

Der Chef der Schweizer Privatbank Julius Bär, Boris Collardi, tritt überraschend zurück.

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Der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Julius Bär, Boris Collardi. (Foto: dpa)

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Julius Bär, Boris Collardi. (Foto: dpa)

Beim Schweizer Vermögensverwalter Julius Bär kommt es überraschend zu einem Wechsel an der Spitze. Der langjährige Konzernchef Boris Collardi verlässt das Unternehmen mit sofortiger Wirkung und wechselt als Teilhaber zur Genfer Privatbank Pictet, wie die beiden Institute am Montag mitteilten. Bei Julius Bär übernimmt Bernhard Hodler die Geschäftsleitung. Ob Hodler längerfristig Julius-Bär-Chef bleibt, steht indes nicht fest.

„Bernhard ist für die absehbare Zukunft zum CEO ernannt worden“, wollte sich Verwaltungsratspräsident Daniel Sauter in einer Telefonkonferenz nicht weiter festlegen. Der Verwaltungsrat werde als Teil der laufenden Nachfolgeplanung einen Bewertungsprozess für die langfristige Führung der Gruppe einleiten.

Abgezeichnet hat sich der Wechsel nach Sauters Worten nicht. Er habe von Collardis Absichten am Wochenende erfahren, sagte der Bär-Präsident. „Ein Rücktritt ist immer plötzlich.“

Der 58-jährige Betriebsökonom Hodler wechselte 1998 von der Credit Suisse zu Julius Bär und war zuletzt Chief Risk Officer. Im September wurde der Schweizer Staatsbürger zum stellvertretenden Konzernchef ernannt.

Collardi stand seit 2009 an der Spitze von Julius Bär. Bei Pictet tritt er voraussichtlich Mitte nächsten Jahres an. Das Genfer Traditionshaus hat bislang sechs geschäftsführende Teilhaber und verwaltete Ende September Vermögen in Höhe von 492 Milliarden Franken (421 Milliarden Euro). Mehr als 4200 Mitarbeiter sind weltweit in 27 Geschäftsstellen tätig. Julius Bär verwaltete Ende Oktober 393 Milliarden Franken.

An der Börse kam der Chefwechsel bei Bär nicht gut an. Die Aktien fielen zum Börsenstart in Zürich um 4,2 Prozent.