USA schicken Langstreckenbomber zu Manöver nach Südkorea

Die USA schicken Langstreckenbomber zu einem großen Manöver nach Südkorea. Russland und China warnen vor einer Eskalation.

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Ein B-1B Lancer der US-Luftwaffe bereitet sich am 31.08.2017 darauf vor, Treibstoff von einem KC-135 Stratotanker zu bekommen. Er ist auf dem Weg von der Andersen Air Force Base, einem Stützpunkt der US Air Force auf der pazifischen Insel Guam, in den japanischen Luftraum. (Foto: dpa)

Ein B-1B Lancer der US-Luftwaffe bereitet sich am 31.08.2017 darauf vor, Treibstoff von einem KC-135 Stratotanker zu bekommen.  (Foto: dpa)

Die USA werden Langstreckenbomber des Typs B-1B nach Südkorea entsenden, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf militärische Kreise am Mittwoch. Die Bomber seien derzeit auf dem US-Luftwaffenstützpunkt in Guam stationiert und sollen im Laufe der Woche an dem bislang größten Luftwaffenmanöver zwischen US- und südkoreanischen Streitkräften teilnehmen.

Über die genaue Anzahl der Bomber machte Yonhap keine Angaben. Das Seouler Verteidigungsministerium hat die Nachricht bislang nicht bestätigt. Zuletzt schickten die USA Anfang November im Vorfeld des Staatsbesuchs von Präsident Donald Trump in Seoul zwei B-1B Bomber nach Südkorea.

Am Montag haben US- und südkoreanische Streitkräfte das alljährliche Manöver „Vigilant Ace“ (Wachsames Ass) begonnen, an dem nach Militärangaben mehr als 230 Kampfflugzeuge einschließlich F-35-Tarnkappen-Jets der USA sowie etwa 12 000 Soldaten teilnehmen.

Pjöngjang wirft den USA regelmäßig vor, durch ihre Militärmanöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was beide Länder bestreiten.

Russland hat den USA vorgeworfen, den Konflikt mit Nordkorea durch Manöver in der Region bewusst anzuheizen. „Erstmals seit dem Ende des Korea-Krieges nehmen 230 Flugzeuge an solch einem Manöver teil. Was erwarten Sie da von Nordkorea? Ist das eine Einladung zum Dialog?“, kritisierte der stellvertretende Außenminister Igor Morgulow am Dienstag in Berlin. Daher habe Nordkorea mit einem weiteren Raketenstart reagiert, nachdem es sich 75 Tage ruhig verhalten habe.

Der Diplomat zeigte sich zudem überzeugt, dass der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un zu Gesprächen bereit ist. „Ich glaube immer noch: Was er macht, ist ein bizarrer Versuch, uns alle zum Dialog einzuladen.“ Kim wolle von den USA Sicherheitsgarantien und direkte Verhandlungen. Dies könnte das Misstrauen in der Region abbauen. „Wir sind bereit, diesen Prozess zu erleichtern“, versicherte Morgulow. Zudem sei Russland bereit, seinen Einfluss auf die Regierung in Pjöngjang geltend zu machen.

Eine Woche nach dem Test einer Interkontinentalrakete durch Nordkorea hatten die USA und Südkorea am Montag ein Manöver mit Hunderten Flugzeugen und 12.000 US-Soldaten in der Region gestartet. China und Russland hatten den USA und Südkorea vorgeschlagen, große Manöver zu unterlassen. Im Gegenzug sollte Nordkorea seine Waffenprogramme einstellen. Mit dem Test vor einer Woche erprobte das isolierte Land nach eigenen Angaben erstmals eine Interkontinentalrakete, mit der das gesamte Gebiet der USA in die Reichweite der Atomwaffen gerät.

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