China steigt zum Großkäufer von Flüssiggas auf

China ist weltweit zum zweitgrößten Abnehmer von verflüssigtem Erdgas aufgestiegen.

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Die Volksrepublik China hat im laufenden Jahr Südkorea überholt und ist damit zum weltweit zweitgrößten Käufer von verflüssigtem Erdgas (LNG) aufgestiegen. Dies berichtet das Rohstoffportal oilprice.com unter Berufung auf Daten von Reuters.

China hat demzufolge 38 Millionen Tonnen Flüssiggas im laufenden Jahr importiert – was in etwa einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 50 Prozent entspricht. Südkorea kaufte etwa 37 Millionen Tonnen, während Japan mit 83,5 Millionen Tonnen die Liste der Importeure anführt.

Beobachter rechnen damit, dass die Nachfrage aus China in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Insbesondere die Bestrebungen der Regierung, überflüssige Kohlekraftwerke zu schließen und die daraus entstehenden Versorgungslücken mit Erdgas zu füllen, dürften zu mehr Importen führen. In den vergangenen Wochen kam es in China bereits zu großflächigen Heizungsausfällen aufgrund der Abschaltung der Kohlekraftwerke. „Wir erwarten in den Wintern der kommenden drei oder vier Jahre Aufschwünge bei der Nachfrage vor dem Hintergrund des Umstiegs von Kohle auf Erdgas“, wird ein Analyst von Wood Mackenzie von Reuters zitiert.

Die Entwicklung dürfte Auswirkungen auf die Art und Weise haben, wie Flüssiggas künftig in Asien gehandelt wird. Denn während Südkorea und Japan langfristige Lieferverträge mit den Produzenten favorisieren, handeln die Chinesen ihre Verträge lieber kurzfristig am Spotmarkt aus. Die LNG-Preise am asiatischen Spotmarkt hatten sich seit Juni auf derzeit etwa 11,20 Dollar pro Million britischer Thermaleinheiten verdoppelt. Dies ist der höchste Preis seit November 2014.

Möglich ist aus Sicht von Beobachtern allerdings, dass auch die steigenden Importe nach China das derzeit bestehende Überangebot auf dem Weltmarkt für LNG nicht beseitigen können, weil in den kommenden Monaten viel neue Exportkapazitäten auf den Markt gelangen werden. Die Internationale Energieagentur erwartet, dass der globale Markt bis etwa zum Jahr 2025 überversorgt sein wird.

Japan, China und Südkorea verbrauchen derzeit rund 60 Prozent der weltweit konsumierten Menge LNG. Zu den größten Förderländern gehören Katar, Australien und Malaysia. Produzenten aus den USA versuchen seit einiger Zeit, ihren Anteil an den Weltmärkten zu erhöhen. Während sie aber in Europa erste Erfolge feiern können, ist ihr Erdgas für den asiatischen Markt zu teuer.