US-Steuerreform könnte ausländische Großbanken treffen

Die Steuerreform in den USA könnte zu hohen Mehrkosten für ausländische Großbanken führen.

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Die Steuerreform in den USA könnte zu Mehrbelastungen in Milliardenhöhe für ausländische Großbanken führen. Dabei geht es insbesondere um die sogenannte Base Erosion and Anti-Abuse Tax (BEAT). Diese sieht vor, dass Überweisungen von US-Unternehmen an andere Firmen zum Volumen der Steuerpflicht hinzugerechnet werden müssen. In dem Gesetz ist aber nicht explizit festgehalten, ob sich dieses auf Brutto- oder Netto-Beträge bezieht, berichtet Bloomberg.

Weil Großbanken häufig Gelder innerhalb ihres weltweiten Firmennetzes hin- und her überweisen, drohen ihnen im Fall einer Brutto-Feststellung zusätzliche Steuerabgaben. Die britische Großbank Barclays und die Schweizer Großbank Credit Suisse warnten bereits vor höheren Kosten.

Die Steuerreform kommt aber offenbar auch die US-Investmentbank Goldman Sachs teuer zu stehen. Die Reform werde den Gewinn im vierten Quartal 2017 wohl um fünf Milliarden Dollar drücken, teilte Goldman Sachs am Freitag mit. Es handle sich um eine Schätzung, die Summe könne sich unter Umständen deutlich ändern. Zwei Drittel der Belastung stammten aus der Besteuerung von Einkünften ausländischer Goldman-Töchter, die in die USA überwiesen werden.

US-Präsident Donald Trump hatte die größte US-Steuerreform seit mehr als 30 Jahren am 22. Dezember durch seine Unterschrift in Kraft gesetzt. Unter anderem sinkt die Körperschaftssteuer auf 21 von bisher 35 Prozent.