Saudi Aramco will Schulden in Milliardenhöhe aufnehmen

Vor dem geplanten Börsengang will der Ölkonzern Saudi Aramco angeblich Milliaden an Schulden aufnehmen.

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Arbeiter in der Wüste etwa 160 km von Riad auf einer Baustelle des staatlichen Öl-Konzerns Saudi Aramco. (Foto: dpa)

Arbeiter in der Wüste etwa 160 km von Riad auf einer Baustelle des staatlichen Öl-Konzerns Saudi Aramco. (Foto: dpa)

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Der staatliche saudi-arabische Ölkonzern Saudi Aramco will sich Insidern zufolge vor seinem geplanten Mega-Börsengang milliardenschwere Kredite sichern. Es gehe um eine Summe von mindestens fünf bis sechs Milliarden Dollar, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Zum einen hofft Saudi Aramco auf günstige Konditionen, weil Banken ins Geschäft kommen wollen, um beim voraussichtlich weltgrößten Börsengang eine Rolle zu spielen. Zum anderen will sich der Ölkonzern billige Kredite sichern, weil Darlehen nach dem Gang aufs Parkett teurer werden könnten. Denn dann ist Saudi Aramco kein reiner Staatskonzern mehr und kann möglicherweise nicht mehr im bisherigen Umfang von den günstigen Konditionen profitieren, die Kreditgeber Staaten gewähren.

Die Zinsen für die Kredite dürften niedrig sein – möglicherweise unter ein Prozent, hieß es in Finanzkreisen. Als Berater seien die Banken Citigroup, Standard Chartered und Sumitomo Mitsui engagiert worden. Es gehe um mehrere Kredite im Volumen von jeweils rund zwei Milliarden Dollar mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren. Dabei spielten staatliche Exportkreditagenturen (ECA) jeweils eine wichtige Rolle, die Kreditgarantien übernehmen.

Citi und Standard Chartered lehnten eine Stellungnahme ab, von Saudi Aramco und Sumitomo Mitsui war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Saudi Aramco hat sich bereits einen zwei Milliarden Dollar schweren Kredit gesichert, die von der britischen Exportkreditagentur UKEF garantiert wird. Jetzt würden Deals geprüft, an denen Exportkreditagenturen aus Südkorea, Japan und mindestens eine aus Europa beteiligt sein könnten.

Saudi-Arabien will den staatlichen Ölkonzern noch in diesem Jahr an die Börse bringen. Nach den Vorstellungen des Königreichs ist Saudi Aramco zwei Billionen Dollar wert. Die Platzierung eines fünfprozentigen Anteils soll 100 Milliarden Dollar in die Kassen spülen. Einige Beobachter zweifeln allerdings, dass sich die saudi-arabischen Preisvorstellungen verwirklichen lassen, weil der Wert des Unternehmens deutlich unter zwei Billionen Dollar liegen dürfte.

Zahlreiche Investmentbanken buhlen um eine Rolle bei dem Prestigeprojekt von Kronprinz Mohammad bin Salman. Manager der Deutschen Bank, von Goldman Sachs und Citi sollen in wenigen Wochen ihre Konzepte für den Börsengang vorstellen, hatten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen gesagt. Mit JP Morgan, Morgan Stanley und HSBC hat Saudi Aramco bereits im vergangenen Jahr erste Banken beauftragt.