Wegen Polarkälte: USA importieren Flüssiggas aus Russland

Die USA müssen offenbar wegen der Rekoid-Kälte Flüssiggas aus Russland importieren.

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Die teilweise vereisten Niagarafälle am 29.12.2017. Die USA werden von einer starken Kälte-Welle überrollt. (Foto: dpa)

Die teilweise vereisten Niagarafälle am 29.12.2017. (Foto: dpa)

Der Gastanker „Christophe de Margerie“ liegt am 30. 03. 2017 im Hafen von Sabetta auf der Jamal-Halbinsel im Norden Russlands. (Foto: dpa)

Der Gastanker „Christophe de Margerie“ liegt am 30. 03. 2017 im Hafen von Sabetta auf der Jamal-Halbinsel im Norden Russlands. (Foto: dpa)

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Nach einem Bericht von Bloomberg wird der Tanker „Gaselys”, der dem französischen Energiekonzern Engie gehört, die US-amerikanische Stadt Boston aufgrund der polaren Kälte im Land am 22. Januar mit Flüssiggas (LNG) beliefern. Bei der LNG-Lieferung soll es sich um russisches LNG von der Halbinsel Jamal handeln, das von der russischen Firma Novatek produziert wird. Novatek steht auf der Sanktionsliste der USA. „Auf dem nordöstlichen Gasmarkt ist Gas von überall profitabel, da sich dort die höchsten Preise der Welt befinden”, zitiert das Blatt Trevor Sikorski, Leiter für Erdgas, Kohle und Kohlenstoff bei Energy Aspects Ltd. in London.

Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass das ein russischer Tanker in der britischen Stadt Kent angelegt hatte. Er sollt LNG gelagert haben, bevor es nach Boston verfrachtet wurde. Zuvor hatten die Briten Spekulationen zurückgewiesen, dass das Ergas für das ebenfalls von einer Kältewelle betroffene Großbritannien bestimmt gewesen sei. 

S & P Global Platts und Thomson Reuters berichten, dass auch bald der russische Tanker „Christophe de Margerie” die USA direkt mit LNG von der Halbinsel Jamal beliefern könnte. Der Tanker soll zuvor am 28. Dezember eine LNG-Ladung von der Halbinsel aus an der Erdgasraffinerie Isle of Grain von National Grid Plc in Kent abgeliefert haben. Dabei soll es sich um die Lieferung handeln, die sich aktuell auf dem Tanker „Gaselys” in Richtung Boston befindet.

„Angesichts der außergewöhnlich kalten Temperaturen und der daraus resultierenden hohen Gasnachfrage im Nordosten der USA kaufte Engie diese Ladung, um unsere anderen kontrahierten Lieferungen aus Trinidad zu ergänzen. Diese Transaktion entspricht allen US-Handelsgesetzen”, zitiert der englischsprachige Dienst von Reuters die Engie-Sprecherin Carol Churchill.

Bisher haben drei Schiffe LNG-Ladungen von der Halbinsel Jamal abgeholt:

  •         Christophe de Margerie am 8. und 9. Dezember
  •         Boris Vilkitsky am 9. und 22. Dezember
  •         Fedor Litke am 29. Dezember

Der Tanker „Boris Vilkitsky” gab seine Fracht am 22. Dezember in Rotterdam ab.

Der Tanker „Fedor Litke” fährt derzeit zum LNG-Terminal von Montoir in Frankreich.

Am Yamal-LNG-Projekt sind Novatek und der französische Energie-Riese Total Partner. Das Projekt hat eine jährliche Produktion von 16,5 Millionen Tonnen LNG. Laut Les Echos solle dieses Projekt 27 Milliarden Dollar gekostet haben. Total verfügt zudem über 18,9 Prozent der Anteile an Novatek.

Die weltweit  größten LNG-Lieferanten sind nach Angaben von Prnewswire.com Anadarko, Chevron, Cheniere, Dominion Energy, Freeport Liquefaction LLC, NextDecade, Sempra Energy, Steward Energy, ExxonMobil (USA), BG Group (Großbritannien), Kitsault Energy, Steelhead Energy, Veresen, Woodfibre LNG (Kanada), Novatek, Gazprom, Rosneft (Russland), Petronas (Malaysia), NIOC (Iran), Woodseide Petroleum (Australien).