Trump erhöht Druck auf Deutsche Bank-Großaktionär HNA

Die US-Regierung erhöht den Druck auf den Großaktionär der Deutschen Bank, die chinesische HNA-Gruppe.

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Die US-Regierung fordert einem Insider zufolge den chinesischen Mischkonzern und Deutsche-Bank-Großaktionär HNA zu mehr Transparenz auf. Solange die Asiaten nicht Informationen über ihre Aktionäre vorlegten, werde Washington keine Investitionen der HNA genehmigen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.

Sollten die US-Behörden tatsächlich eingreifen, wären die Investments der HNA beim US-Hedgefonds SkyBridge Capital LLC und dem in der Schweiz ansässigen Rohstoffhändler Glencore in Gefahr. Beide Deals werden derzeit von US-Behörden geprüft.

SkyBridge und Glencore wollten sich zu dem Thema nicht äußern, bei HNA war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Auch in anderen Ländern hatte der Mischkonzern Probleme: So teilte die Schweizer Behörde zur Überwachung von Übernahmen Ende November mit, HNA habe beim Kauf der Schweizer Flug-Cateringfirma Gategroup teilweise falsche und unvollständige Angaben gemacht. Neuseeland hatte im Dezember den Kauf einer Tochter der Großbank Australia and New Zealand Banking Group (ANZ)ANZ blockiert.

HNA ist hoch verschuldet und auch wegen seiner undurchsichtigen Eigentümerstruktur ins Visier der Behörden geraten. In den vergangenen Monaten hatten die Chinesen mit teuren Geldbeschaffungsmaßnahmen für Aufsehen gesorgt. Banken zeigten sich wegen der Liquiditätsprobleme besorgt, die Rückzahlung von Krediten durch HNA verzögerte sich. Einige der zum Konzern gehörenden Fluggesellschaften zahlten Insidern zufolge fällige Leasingraten für Flugzeuge nicht pünktlich.

Über die österreichische Vermögensverwaltung C-Quadrat ist HNA mit 9,9 Prozent an der Deutschen Bank beteiligt. Die Probleme von HNA befeuerten zuletzt Spekulationen, dass die Chinesen ihren Deutsche-Bank-Anteil versilbern könnten. Doch HNA wies dies zurück. „Die Deutsche Bank ist ein Kerninvestment für HNA, die Beteiligung hat einen hohen Prestige-Faktor“, hatte der Vertreter von HNA im Aufsichtsrat, Alexander Schütz, Ende Dezember in einem Zeitungsinterview gesagt. HNA habe kein Interesse an einem Verkauf.

Das Interesse der US-Behörden an der Eigentümerstruktur von HNA muss vor dem Hintergrund der wirtschaftspolitischen Spannungen zwischen den USA und China betrachtet werden. Die US-Regierung hatte in der jüngsten Vergangenheit mehrere Beteiligungs- oder Übernahmeversuche chinesischer Unternehmen in den USA und in Europa blockiert.