Überangebot lastet auf Preisen für Milchprodukte

Die Preise für Milchprodukte werden in den kommenden Monaten sinken.

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Die Milchbauern in Deutschland müssen mit fallenden Preisen rechnen. Der Milch-Industrieverband, dem die meisten Molkereien angehören, rechnet mit einem Rückgang der Milch-Erzeugerpreise im ersten Quartal, wie er am Dienstag mitteilte. Der Grund: Das Angebot liegt über der Nachfrage.

Derzeit zahlen die Molkereien den Milchbauern im Schnitt rund 39 Cent pro Liter. Das Preisniveau sei für die Milchproduktion „sehr attraktiv“ und habe in vielen EU-Ländern die Erzeugung von Milch befördert, erklärte der Verbandsvorsitzende Peter Stahl in Berlin. Auch außerhalb der EU hätten viele Länder ihre Milchproduktion angekurbelt – etwa die USA oder Neuseeland.

In der Zeit von November 2015 bis November 2017 gaben in Deutschland nach Zahlen der Bundesregierung rund zehn Prozent der Milchbauern auf. Die Zahl der Bauernhöfe mit Milchkühlen sank in dieser Zeit von 73.255 auf weniger als 65.800, wie laut der Neuen Osnabrücker Zeitung aus einer Anfrage des Grünen-Abgeordneten Friedrich Ostendorff hervorgeht.

Die Milchbauern hatten nach dem Wegfall der EU-Milchquote Anfang 2015 mit einem enormen Preisverfall zu kämpfen. In Europa wurde zu viel Milch produziert, das drückte die Preise und bedrohte die Existenz vieler Milchbauern. Die EU versuchte ihre Situation mit millionenschweren Hilfspaketen zu verbessern. Im Jahr 2017 stabilisierten sich die Preise wieder.