Anleihe-Händler rechnen mit Rückkehr der Inflation

Entwicklungen im Markt für US-Staatsanleihen deuten darauf hin, dass die Händler mit einer stärkeren Inflation in den kommenden Jahren rechnen.

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Am Markt für US-Staatsanleihen gibt es Hinweise darauf, dass Spekulanten auf Sicht der kommenden Jahre mit einer stärkeren Inflation rechnen. Wie der Finanzblog Wolfstreet berichtet, lässt insbesondere die Rendite-Spanne zwischen normalen Anleihen und inflationsgeschützten Anleihen Rückschlüsse auf höhere Inflationserwartungen zu.

Die Inflationserwartung zeigt sich in den Rendite-Aufschlägen, die Investoren derzeit beim Kauf normaler zehnjähriger Anleihen fordern, anstatt gleich in inflationsgeschützte Anleihen zu investieren, sogenannte „Treasury Inflation Protected Securities“ (TIPS). Solche TIPS kompensieren den Käufer der Anleihe für die durch die Inflation verursachte Geldentwertung im Zeitablauf. Dabei wächst das Grundkapital der Papiere mit dem Consumer Price Index mit, sodass für den Investor keine Inflationsverluste entstehen.

Der Unterschied zwischen den Renditen zehnjähriger TIPS und normaler zehnjähriger US-Anleihen reflektiert die Inflations-Erwartungen am Markt in den kommenden zehn Jahren. Die Spreizung weitete sich am Freitag auf 2,09 Prozent aus, nachdem TIPS mit 0,57 Prozent und Anleihen mit 2,66 Prozent rentierten. Dies ist der größte Unterschied seit September 2014.

Am Montag erreichten die Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen einen Wert von 2,72 Prozent. Dem Anleihe-Experten Jeffrey Gundlach zufolge ist dies ein sensibler Zinsbereich, der zu ersten Umschichtungen von Aktien zu Anleihen bei Großinvestoren führen könnte.

Wolfstreet argumentiert, dass der seit Jahrzehnten anhaltende Bullenmarkt bei Anleihen – gekennzeichnet von steigenden Anleihepreise und sinkenden Renditen – inzwischen eine Trendwende durchlaufen hat.

„Anleihepreise fallen, wenn die Renditen steigen. Was sich also derzeit abspielt ist ein Ausverkauf am Anleihemarkt. Grafik 1 zeigt die Renditeentwicklung für zehnjährige Anleihen. Am 5. Juli 2016 lag diese zu Handelsschluss bei 1,37 Prozent und sank während des Tages sogar auf 1,32 Prozent – das bisherige Allzeittief. Seitdem hat sich die Rendite ungefähr verdoppelt. Der 5. Juli 2016 markierte mit großer Wahrscheinlichkeit den 35-jährigen Bullenmarkt, welcher im Oktober 1981 begann“, schreibt der Blog.