Iran exportiert Weizen nach Europa

Der Iran versorgt den europäischen Markt mittlerweile mit Weizen. In Italien ist der iranische Weizen besonders beliebt.

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Das Land hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zuerst zum Weizen-Selbstversorger und mittlerweile zum Weizen-Exporteur transformiert. (Foto: dpa)

Das Land hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zuerst zum Weizen-Selbstversorger und mittlerweile zum Weizen-Exporteur transformiert. (Foto: dpa)

Der Iran hat im aktuellen Jahr aus seiner Südostprovinz Khouzestan bereits 60.000 Tonnen Weizen nach Italien und in den Oman exportiert. Siavosh Hosseinpour, ein Handelsvertreter der Provinz, sagte, dass die Provinz inzwischen auch 28.000 Tonnen Mehl in den Irak exportiert habe, so die Nachrichtenagentur Trend News.

Im Oktober 2017 hatte der Iran erstmals 31.000 Tonnen Weizen nach Italien für die Herstellung von Makaroni und weitere italienische Teigwaren exportiert. Von März bis Oktober 2017 kamen insgesamt 120.000 Tonnen an Weizen aus dem Iran nach Europa.

Der Iran hatte im vergangenen Jahr auch ein trilaterales Abkommen mit den wichtigsten Weizenproduzenten der Welt – Russlands und Kasachstan – unterzeichnet, was die jährliche Weizen-Produktion des Irans auf 700.000 Tonnen ansteigen lassen wird.

Das Land hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zuerst zum Weizen-Selbstversorger und mittlerweile zum Weizen-Exporteur transformiert.

Eine Aufstellung der Importe des iranischen Wirtschafts-Magazins Eghtesad Online zeigt, dass der Iran in den vergangenen 15 Jahren 12,6 Milliarden Dollar für den Kauf von mehr als 42 Millionen Tonnen Weizen ausgegeben hat. Allerdings bleibt unklar, ob der Iran als neuer Weizen-Exporteur bestehen kann, denn die klimatischen Bedingungen haben immer wieder zu Misswirtschaft geführt.

Im Jahr 2004, unter der Präsidentschaft von Mohammad Khatami (1997-2005), wurde der Iran erstmals seit der islamischen Revolution im Jahr 1979 zum Selbstversorger.

Die Khatami-Regierung formulierte auch einen Zehnjahresplan, der erste Schritte zur Verringerung der Importe skizzierte und Strategien zur Aufrechterhaltung der Produktion in Dürreperioden vorsah. Der Plan wurde jedoch unter Präsident Mahmud Ahmadinedschad (2005-2013) eingestellt und das Land wurde wieder abhängig von Weizen-Importen. Unter den beiden Amtszeiten von Ahmadinedschad kaufte der Iran über 25,7 Millionen Tonnen Weizen, berichtet Al-Monitor.

Als Präsident Hassan Rouhani im August 2013 sein Amt antrat, knüpfte er an die Politik von Khatami an. Seine Regierung hat in den vergangenen vier Jahren eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um nicht nur die Importe erheblich zu reduzieren, sondern auch die Produktion auf ein Niveau zu bringen, das der Iran erneut zum Selbstversorger werden konnte. Mit einer Rekordproduktion von 14 Millionen Tonnen im Jahr 2016 wurde der Iran zum Weizen-Exporteur. Im Juni 2017 konnte der Iran dann erstmals Weizen in den Oman exportieren.

Nach Angaben von Mohammad Reza Mortazavi, der Vorsitzende der Föderation der iranischen Lebensmittelindustrie, wurden 35.000 Tonnen in den Oman verschifft.

Ali Khan-Mohammadi, Exekutivsekretär der Nationalen Stiftung zur Stärkung der Weizenbauern, sagte Al-Monitor: „Um Nachhaltigkeit in der Weizenproduktion zu erreichen, müssen wir eine Infrastruktur schaffen und sie muss nachhaltig sein. Die Abhängigkeit der Produktion von den klimatischen Bedingungen führt nicht zu Nachhaltigkeit. Alles, einschließlich Maschinen und Anbaumethoden, muss auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sein (…) Andere Körperschaften, deren Tätigkeiten mit der Landwirtschaft in Verbindung stehen, müssen ihre Aktivitäten in Übereinstimmung mit den vom Landwirtschaftsministerium gesetzten Zielen ausrichten.“

Unter Rouhani ist der Landwirtschaftssektor gewachsen und wurde zu einem wichtigen Eckpfeiler beim Wirtschaftswachstum. Nach offiziellen Zahlen ist der Anteil des Sektors am BIP von neun bis zehn Prozent in den Jahren bis 2013 auf zwölf bis 13 Prozent seit 2013 gestiegen.