Chinesen zeigen Interesse an DVB Bank

Zwei chinesische Großbanken zeigen Interesse an dem deutschen Schiffsfinanzierer DVB Bank.

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An dem zum Verkauf stehenden Schiffsfinanzierer DVB Bank sind nach Reuters-Informationen unter anderem zwei große chinesische Geldhäuser interessiert. Wie drei mit den Verhandlungen vertraute Personen Reuters sagten, überlegen sowohl die Bank of China (BOC) als auch die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC), ob sie für den der DZ Bank gehörenden Spezialfinanzierer bieten wollen. Reuters hatte im Dezember berichtet, dass die DZ Bank, das Spitzeninstitut der Volks- und Raiffeisenbanken, sich von dem wegen fauler Schiffskredite unter Druck stehenden Institut trennen will. Den Informationen zufolge sind auch die Finanzinvestoren Carlyle und Apollo an der DVB interessiert.

DZ Bank, DVB Bank wollten sich am Donnerstag ebenso wenig äußern wie die ICBC, Chinas größte staatseigene Bank, und die Bank of China, die viertgrößte Bank des Landes. Auch Carlyle und Apollo wollten keinen Kommentar abgeben. Die DZ Bank wollte die DVB schon 2015 an das japanische Finanzinstitut Mitsubishi UFJ verkaufen, entsprechende Gespräche führten jedoch nie zu einem Ergebnis. ICBC und die Bank of China hatten auch zu den Interessenten für die zum Verkauf stehende HSH Nordbank gehört, die ebenfalls unter der Krise der Containerschifffahrt zu leiden hatte. Sie hatten sich später aus dem Bieterrennen zurückgezogen.

Deutsche Banken waren bis vor wenigen Jahren Weltmarktführer bei Schiffsfinanzierungen. Wegen der Krise der Branche nach dem Zusammenbruch des Welthandels wegen der Finanzkrise stapeln sich in den Bilanzen inzwischen faule und ausfallgefährdete Kredite, deren Volumen Experten auf rund 100 Milliarden Dollar schätzen. Abschreibungen auf Schiffskredite brockten der DVB zuletzt hohe Verluste ein. Ihr Portfolio an solchen Krediten ist rund elf Milliarden Euro schwer. Die DVB Bank ist auch in der Finanzierung von Ölplattformen aktiv und hat Milliarden-Kredite in den Luftfahrt- und Eisenbahnbranchen ausstehen.

Die Schiffsbranche leidet seit Jahren unter Überkapazitäten, viele Reeder können ihre Schulden nicht bezahlen. Traditions-Reedereien wie Rickmers sind deshalb bereits in die Insolvenz geschlittert. Im ersten Halbjahr 2017 hatte die DVB wegen hoher Rückstellungen für faule Schiffskredite einen Verlust von 506 Millionen Euro verbucht. Erst kürzlich hatte sich die DVB von dem für Schiffsfinanzierungen zuständigen Vorstand Bart Veldhuizen getrennt.