Bridgewater erwartet anhaltende Turbulenzen an den Finanzmärkten

Der weltgrößte Hedgefonds Bridgewater erwartet mit Blick auf das laufende Jahr weitere Kursverluste an den Finanzmärkten.

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Ein Händler der Rohstoffbörse in der City of London im Jahr 2011. (Foto: dpa)

Ein Händler der Rohstoffbörse in der City of London im Jahr 2011. (Foto: dpa)

Der Hedgefonds Bridgewater Associates erwartet mit Blick auf das laufende Jahr weitere Turbulenzen an den globalen Finanzmärkten. Bridgewater gilt mit einem verwalteten Kundenvermögen von etwa 160 Milliarden US-Dollar als weltgrößter Hedgefonds.

„Über eine lange Zeit hinweg hat sich an den Finanzmärkten viel Selbstzufriedenheit breitgemacht, deshalb denken wir nicht, dass diese Erschütterungen nur wenige Tage dauern werden. Wahrscheinlich stehen uns noch viel größere Erschütterungen bevor“, wird der Investitionsstratege Bob Prince von der Financial Times im Hinblick auf die Schwankungen an den Aktienund Anleihemärkten in den vergangenen Tagen zitiert.

Seit Jahresbeginn haben die US-amerikanischen Aktienmärkte über 5 Prozent an Wert verloren. Als Auslöser gelten letztendlich Befürchtungen der Spekulanten, dass das hochgradig verschuldete Weltfinanzsystem steigende Leitzinsen – wie sie die US-Zentralbank bereits mehrere Male realisiert hat – nicht verkraften kann. An der Wallstreet haben Anleger inzwischen so viel Schulden für ihre Spekulationen aufgenommen, wie nie zuvor. Verstärkt wurden die Kursverluste offenbar durch den automatisierten, von Computer abgewickelten Hochfrequenzhandel.

Bridgewater selbst versucht, aus der Unsicherheit Kapital zu schlagen. Vor wenigen Tagen erst wurde bekannt, dass der Hedgefonds mit Milliarden-Summen auf Kursrutsche am deutschen Aktienmarkt spekuliert hat.

Bridgewater-Gründer Ray Dalio sagte am World Economic Forum in Davos, dass sich der Aufschwung in den letzten Zügen befinde und Investoren anfällig für Stimmungswechsel sein könnten. Besonders im Fokus ist die globale Inflationsentwicklung, weil ein stärkeres Preiswachstum die Zentralbanken zur Verschärfung ihrer seit Jahren ultralockeren Geldpolitik zwingen würde.

„Vergangenes Jahr hatten wir einen richtigen Lauf. Aber in diesem Jahr werden die Zentralbanken ihre Geldpolitik tatsächlich straffen, anstatt wie im vergangenen Jahr darüber nachzudenken“, wird Prince zitiert. „In diesem neuen makroökonomischen Umfeld werden wir viel mehr Volatilität haben.“

Die US-Zentralbank Federal Reserve hatte den Leitzinskorridor seit Ende 2015 von Null bereits mehrfach auf jetzt 1,25 bis 1,5 Prozent angehoben. Für den März rechnen die meisten Anleger mit der nächsten Anhebung. Auch die EZB will ihre Bilanz schrittweise verkleinern und hat ihre umstrittenen Anleihekäufe seit Beginn des Jahres auf monatlich 30 Milliarden Euro heruntergefahren. Sie behält sich allerdings vor, die Käufe jederzeit wieder auszuweiten, weil die hoch verschuldeten Eurostaaten faktisch auf die Unterstützung angewiesen sind.

Die FT zitiert einen Aktien-Experten von Goldman Sachs, welcher ebenfalls mit weiteren Einbrüchen rechnet: „Historisch betrachtet führen Schocks solcher Stärke zu Panikverkäufen, aber ich bin sehr erstaunt, wie wenig wir bisher davon gesehen haben. Offenbar muss es erst noch stärkere Kursverluste geben, bis es zum Rückzug zahlreicher Investoren kommt.“