Deutsche Bank: Großaktionär HNA reduziert Aktien-Anteil

Der Großaktionär HNA hat seinen Anteil an der Deutschen Bank erneut reduziert.

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Der hoch verschuldete Deutsche-Bank-Großaktionär HNA hat seine Beteiligung an dem Geldhaus weiter gesenkt. Diese belaufe sich nun auf „ungefähr 8,8 Prozent“, sagte am Freitag ein Sprecher des Wiener Finanzinvestors C Quadrat, über den der chinesische Mischkonzern den Anteil hält, und bestätigte damit einen Bericht der Financial Times. Eine weitere Reduzierung unserer Beteiligung sei nicht geplant, ergänzte der Sprecher. HNA werde ein bedeutsamer Anteilseigner der Deutschen Bank bleiben.

Erst vergangene Woche hatte der Wiener Finanzinvestor bekanntgegeben, dass der teilweise über komplexe Derivatestrukturen gehaltene Anteil von HNA auf 9,2 von zuvor 9,9 Prozent reduziert worden sei. HNA hatte in den zurückliegenden Jahren für rund 50 Milliarden Dollar in aller Welt Beteiligungen erworben, darunter Anfang 2017 auch die knapp zehnprozentige Beteiligung an der Deutschen Bank.

HNA steckt in Geldnöten, weil das Konglomerat in der Vergangenheit hohe Schulden aufgenommen hatte. Unter anderem verkaufte HNA unlängst mehrere Grundstücke in Hongkong für zwei Milliarden Dollar und will sich auch von Immobilien in den USA und Großbritannien trennen.

Die US-Ratingagentur Standard & Poor’s hat erst vor wenigen Tagen Zweifel daran geäußert, ob HNA allen Verpflichtungen werde nachkommen können und das Rating auf das Ramschniveau „CCC+“ herabgestuft. HNA hingegen bezeichnete die Finanzlage als „sehr gesund“ und bezifferte die Summe aller vorhandenen Vermögenswerte auf umgerechnet 190 Milliarden Euro zum Ende des vergangenen Jahres. Laut einem Anleihenverkaufsprospekt sitzt HNA auf einem Schuldenberg von rund 100 Milliarden Dollar.

Darüber hinaus sind die Chinesen wegen der undurchsichtigen Eigentümerstruktur ins Visier der Behörden geraten. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin zum Beispiel prüft, ob der Konzern korrekte Stimmrechtsangaben gemacht hat, als er sich bei der Deutschen Bank eingekauft hat. HNA gehören unter anderem Fluggesellschaften, Hotels und die Schweizer Bordverpflegungsfirma Gategroup, die demnächst an die Börse kommen soll. An seinem Investment bei der Deutschen Bank hatte HNA zuletzt wenig Freude: Das Institut schrieb 2017 den dritten Jahresverlust in Folge, die Aktie hat deshalb seit Jahresbeginn rund ein Fünftel ihres Wertes verloren.