Kobalt-Mangel: Samsung will Mobiltelefone recyclen

Aufgrund steigender Preise und der Verknappung des Rohstoffs plant Samsung Kobalt aus Handys zu recyceln.

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Für Batterien von Elektroautos wird Kobalt benötigt. Und weil das Angebot an diesem Rohstoff begrenzt ist und sich auch nur auf wenige Förderstaaten erstreckt, plant die Samsung SDI Co., ein Zulieferer für Batterien für Elektroautos etwa von BMW, Kobalt aus gebrauchten Mobiltelefonen zu recyceln. Vor dem Hintergrund steigender Preise versuchen Unternehmen auf dem gesamten Globus, ihre Versorgung mit dem Rohstoff zu sichern.

Das Vorhaben von Samsung entspricht den Bestrebungen zahlreicher Batteriehersteller, die Abhängigkeit von dem Kobalt-Förderstaat Demokratische Republik Kongo zu verringern. Das afrikanische Land, das seit Jahrzehnten von Korruption, Gewalt und Kinderarbeit geprägt wird, produziert mehr als die Hälfte des weltweiten Angebots. Durch die steigende Nachfrage wegen der Entwicklung von Elektrofahrzeugen und dem Fehlen von alternativen Quellen haben sich die Preise seit Anfang 2016 mehr als verdreifacht. Aktuell kostet die Tonne Kobalt 81.000,00 US-Dollar.

Das Vorhaben bringt Samsung in Konkurrenz zu Firmen wie Volkswagen, BMW und Panasonic, die ebenfalls nach neuen Quellen für den Rohstoff suchen.

Der Faktor Preis ist die größte Motivation für ein Unternehmen wie Samsung SDI, erklärt Lee Hyun-Bock, ein Analyst des Korea Institute of Geoscience and Mineral Resources. „Da die chinesischen Konkurrenten eine Bedrohung darstellen, ist es lebenswichtig, die Preise niedrig zu halten. Besonders weil es immer deutlicher wird, dass der Trend zum Recycling nicht mehr umkehrbar ist, um die Abhängigkeit vom Kongo zu reduzieren.“ SDI hat den Namen des Unternehmens nicht genannt, mit dem es zusammenarbeiten will.

Gebrauchte Mobiltelefone können überall beschafft werden. Allein Samsung Electronics produziert jährlich hunderte von Millionen Einheiten mit Batterien, die das Material beinhalten. Im Juli hat das Unternehmen verlautet, dass durch das Recycling von Teilen seines schadhaften Note 7 Smartphones 157 Tonnen Kobalt, Kupfer und andere Mineralien extrahiert werden können. Zu Beginn der Woche stieg die Aktie von Samsung SDI entgegen dem allgemeinen Trend um 2,4 Prozent.

Rohstoff-Analysten der CRU Group zufolge kann die Technologie, Mineralien aus defekten oder abgelegten Mobiltelefon-Batterien zu gewinnen, bis zum Jahr 2025 etwa 25.000 Tonnen Kobalt produzieren.

Darüber hinaus beschleunigt Samsung SDI die Entwicklung von Produkten, die verstärkt auf Nickel setzen. Hierzu gehören auch Nickel-Kobalt-Mangan-Batterien, in denen der Anteil mehr als 88 Prozent beträgt. Zudem strebt das Unternehmen die Einführung von Kobalt-Aluminiumoxyd-Batterien für Elektroautos an, dem Trend gehorchend, dass die Tendenz der Autobauer dahingeht, weniger Kobalt bei ihren Batterien zu verwenden.

Jüngst hatte auch die deutsche Wirtschaft betont, dass Risiken bei der Beschaffung von Rohstoffen bestehen. Das gelte neben Kobalt auch für Mangan und Graphit, ohne die es keine Zukunftstechnologien in Deutschland geben könne. Die Deutsche Rohstoffagentur (Dera) erklärt, die Bundesrepublik sei bei den Rohstoffen für Elektrofahrzeuge komplett auf Importe angewiesen.