Zahl der Bitcoin-Geldautomaten steigt weltweit

Die Zahl der Bitcoin-Automaten in Österreich und der Schweiz steigt. In Deutschland ist bislang kein Trend zu beobachten.

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Will ein Bitcoin-Anleger seine virtuellen Münzen in echtes Geld tauschen, hat er zwei Möglichkeiten: Er verkauft sie über eine Kryptowährungs-Börse und wartet im Zweifel mehrere Tage, bis das Geld auf seinem Girokonto gutgeschrieben wird. Oder er geht den schnelleren Weg und lässt sie sich an einem Geldautomaten direkt in bares Geld auszahlen. Dafür müsste er allerdings in Länder wie die Schweiz, Österreich oder die USA reisen. In den meisten Staaten Europas und in vielen Übersee-Ländern gibt es solche Bitcoin-Automaten – nur in Deutschland nicht. Hier ist eine Erlaubnis der Finanzaufsicht BaFin notwendig. „Diese ist aber nur sehr schwer zu bekommen“, sagt der Marketingleiter des österreichischen Bitcoin-Geldautomatenbetreibers Cointed, Albert Sperl. „Wir versuchen es derzeit schon rund 19 Monate lang.“

Bei solchen ATMs muss zwischen zwei Geräten unterschieden werden: Ein-Weg-Automaten, an denen nur der Kauf von Bitcoin mit Bargeld möglich ist, und Zwei-Weg-Automaten, über die virtuelle Devisen auch in Bargeld gewechselt werden können. Dem Branchendienst Coinatmradar zufolge gibt es weltweit insgesamt 2400 Geldautomaten für Kryptowährungen, ein Drittel davon sind Zwei-Weg-ATMs. Jeden Tag kommen derzeit rund 15 neue Standorte dazu. Die meisten Geräte stehen in den USA, Kanada, Großbritannien, Österreich und der Schweiz.

„Das Interesse an den Krypto-ATMs ist riesig“, sagt Sperl. Die in Tirol ansässige Cointed GmbH betreibt in Österreich vier Automaten, an denen sich Bitcoin-Inhaber Euro-Scheine ziehen können. 55 weitere seien verkauft in Länder wie Norwegen, Ungarn, Spanien und Liechtenstein. Auch in Deutschland gäbe es einen riesigen Markt dafür, ist sich Sperl sicher. „Wir gehen davon aus, dass wir – sofern die Gesetze gelockert werden würden – umgehend an die 800 ATMs in Deutschland aufstellen könnten.“ In dieser Rechnung seien beide Arten von Automaten einbezogen.

Die Bitcoin-Automaten funktionieren im Prinzip wie klassische Geldautomaten von Banken. Der Kunde erhält von dem Gerät einen QR-Code am Bildschirm angezeigt oder auf Papier ausgedruckt. Dieser muss mit dem Smartphone gescannt werden, um Bitcoin dann an den Geldautomatenbetreiber zu transferieren. In manchen Fällen erhält der Kunde einen Pin auf sein Mobiltelefon geschickt. Diesen Code gibt er am Automaten ein und bekommt den gewünschten Betrag in Dollar, Euro oder Franken ausgezahlt.

Möglich ist natürlich, sich nur einen Bruchteil eines Bitcoin auszahlen zu lassen, da ein Stück der Cyber-Devise derzeit mehr als 11.000 Dollar wert ist. Auch Obergrenzen gibt es: Der Schweizer Bitcoin-ATM-Anbieter Värdex zahlt maximal 2000 Franken pro Transaktion aus. Generell würden an den Automaten derzeit mehr Bitcoin gekauft als verkauft, sagt Värdex-Chef Remo Uherek. Die Gebühren für Kunden sind vergleichsweise hoch. Laut Coinatmradar verlangen die Betreiber im Schnitt rund acht Prozent.

Die speziellen Automaten werden in der Regel von Start-ups betrieben. Klassische Banken trauen sich bislang nicht an das Geschäft heran. Für sie stünde vor allem die Frage des Risikomanagements im Raum, heißt es im Umfeld deutscher Aufsichtsbehörden. Dazu gehöre etwa, wie Institute die Marktpreisrisiken oder Liquiditätsrisiken bestimmen sollten für die Berechnung der Kapitalanforderungen. Für Banken habe sich dies bislang als nicht machbar erwiesen. Das zeigt das Beispiel der Volksbank Mittweida in Sachsen. Sie legte ihre Pläne für einen Bitcoin-ATM zu den Akten, weil die regulatorischen und IT-Anforderungen zu hoch gewesen seien, erläutert ein Banksprecher.

Für den Betrieb eines solchen Automaten ist in Deutschland eine BaFin-Erlaubnis notwendig. Sie stufte Bitcoin bereits vor sieben Jahren als sogenannte Rechnungseinheit ein und damit als Finanzinstrument, für das bestimmte Regeln gelten. Anders ist das in Österreich. „Nach österreichischer Rechtslage werden Kryptowährungen als Waren eingestuft und unterliegen nicht der Finanzaufsicht“, erklärt ein Sprecher der Aufsichtsbehörde in Wien. Bitcoin stehen damit zwar auf einer Ebene mit Schweinebäuchen, Betreiber von Kryptowährungs-ATMs brauchen deshalb aber auch keine Zulassung der Regulierer.

In der Schweiz ist eine solche zwar notwendig, die dortige Aufsicht hat aber schon einige dieser Geldautomaten bewilligt. Laut Coinatmradar stehen dort 14 Maschinen, an denen Kunden Bitcoin in Franken tauschen können oder umgekehrt.