Zentralbank: Griechenland könnte mehr Kredite benötigen als geplant

Wenige Monate vor Ende des laufenden Kredit-Programms hat die griechische Zentralbank die Notwendigkeit weiterer Kredite ins Spiel gebracht.

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Griechenland sollte seinem Notenbank-Chef zufolge nach dem Ende des dritten Kredit-Programms im August zur Absicherung einen vorsorglichen Kreditrahmen in Erwägung ziehen. Der ehemalige Finanzminister Yannis Stournaras widerspricht damit der Regierung in Athen, die im August einen klaren Schlussstrich ziehen will.

Die Erfahrung habe gezeigt, dass mit einem Gang an die Kapitalmärkte vor dem Ende eines Kredit-Programms ein „Sicherheitsnetz der Liquidität“ geschaffen werden könne, sagte Stournaras am Montag auf der Hauptversammlung der Notenbank. „Trotzdem sollte zusätzlich ein vorsorglicher Kreditrahmen erwogen werden.“ Dieser Schritt solle nicht „dramatisiert“ werden: „Die europäischen Mechanismen wurden geschaffen, damit sie bei Bedarf genutzt werden können.“

Die Regierung hatte Ende Januar einen solchen Kreditrahmen ausdrücklich abgelehnt. Man wolle weitere Sparforderungen der Euro-Partner vermeiden, die wohl an die neuen Mittel geknüpft wären, sagte Finanzminister Euclid Tsakalotos damals der Nachrichtenagentur Reuters. Stattdessen wolle Griechenland eine eigene Reserve aufbauen, in die neben Mitteln aus der Ausgabe neuer Staatsanleihen auch ungenutzte Hilfsgelder fließen sollen. Damit werde der Staat gut ein Jahr auskommen.

Im Juli hatte Griechenland erstmals seit drei Jahren wieder Schulden am internationalen Anleihe-Markt aufgenommen. Die Bond-Emission war für das Land ein wichtiger Test, ob es in Zukunft auch ohne Euro-Kreditschirm auskommen kann. Der Ägäis-Staat ist seit 2010 auf Kredite internationaler Geldgeber angewiesen.