Spekulanten am Werk: Türkei will Lira mit allen Mitteln verteidigen

Die türkische Lira ist unter massiven Druck von Spekulanten gekommen.

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Die türkische Lira. (Foto: dpa)

Die türkische Lira. (Foto: dpa)

Der türkische Premierminister Binali Yildirim ist der Auffassung, dass „spekulative Angriffe auf unsere Wirtschaft gemacht werden“ und versprach, „die Zentralbank wird alles tun, was nötig ist“, um die Angriffe abzuwehren. Die Lira beendete daraufhin ihre steile Talfahrt, die während des Handelstages eingesetzt hatte.

Die türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan macht Feinde des Landes für den Sinkflug der heimischen Währung Lira verantwortlich. „Es werden Spiele mit unserer Wirtschaft gespielt“, sagte Erdogan am Mittwoch bei einer Rede in Ankara. „Ich rufe denjenigen zu, die unsere Wirtschaft angreifen: Sie werden keinen Erfolg haben. So wie sie zuvor versagt haben, werden sie wieder versagen.“ Ministerpräsident Binali Yildirim verglich den Druck auf die Lira mit dem gescheiterten Putsch im Juli 2016.

Der Dollar kletterte den fünften Tag in Folge auf ein Rekordhoch: Er verteuerte sich auf bis zu 4,1552 Lira. Der Euro war mit 5,1435 Lira ebenfalls so teuer wie noch nie. Experten zufolge ziehen sich immer mehr Anleger aus Furcht vor einer anziehenden Inflation und einer Zinssenkung aus der Währung zurück. „Die Märkte wollen derzeit wirklich eine Zinserhöhung durch die Zentralbank sehen – als Zeichen, dass sie immer noch eine glaubwürdige Institution ist, dass sie ihr Inflationsziel sehr ernst nimmt und bereit ist, dem Druck der Regierung standzuhalten“, sagte Ökonom William Jackson von Capital Economics.

Erdogan drängt seit längerem darauf, zur Ankurbelung der Konjunktur die Zinsen zu senken. Experten zufolge müsste die Zentralbank die Geldpolitik aber straffen, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Höhere Zinsen machen eine Währung attraktiver und lassen sie tendenziell aufwerten, was wiederum Importe verbilligen und so die Inflation dämpfen kann. Erdogan erschwere den Notenbankern einen solchen Schritt aber, sagte Anlagestratege Timothy Ash vom Vermögensverwalter Bluebay.

Die Notenbank berät in zwei Wochen erneut über ihre Geldpolitik.

Die seit Monaten anhaltende Flucht von Investoren aus der türkischen Lira hatte sich zuvor deutlich beschleunigt.

Anleihen des Landes warfen Investoren ebenfalls aus ihren Depots. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Titel auf 13,09 Prozent nach oben von zuvor 12,84. Die Istanbuler Aktienbörse stabilisierte sich dagegen nach ihrem gut zweiprozentigen Kursrutsch vom Dienstag.

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