Ökonomen warnen vor Schuldenkrise in Entwicklungsländern

Deutsche Ökonomen warnen vor dem Ausbruch einer Schuldenkrise in den Entwicklungsländern.

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Geldscheine verschiedener Währungen. (Foto: dpa)

Geldscheine verschiedener Währungen. (Foto: dpa)

Deutsche Experten haben vor einer dramatischen Schuldenkrise in Entwicklungsländern gewarnt. 13 Staaten befänden sich derzeit bereits in Zahlungsverzug, teilten die Initiative Erlassjahr und das Hilfswerk Misereor in Berlin mit. Insgesamt seien 119 Entwicklungsländer „kritisch verschuldet“, in 87 davon habe sich die Lage im vergangenen Jahr weiter verschlechtert. Die neue Bundesregierung müsse auf Ebene der G20 handeln.

Die beiden Organisationen legen jährlich einen Bericht zur Verschuldungssituation in den Entwicklungsländern vor. „Jahrelang haben wir im Verschuldungsreport vor einer drohenden weltweiten Schuldenkrise gewarnt“, erklärte Jürgen Kaiser von Erlassjahr. „Diese Krise ist nun da.“

Jüngst mussten demnach auch Angola, Venezuela, Mosambik, der Jemen, Tschad und Südsudan ihre Schuldenrückzahlungen ganz oder teilweise einstellen. Betroffen sind einerseits politisch instabile Staaten, andererseits stark auf den Export von Rohstoffen ausgerichtete Länder. Diese leiden unter einem Preisverfall bei Basismetallen oder Erdöl.

Die Organisationen verwiesen auf die destabilisierenden Folgen von Staatsverschuldung in den betroffenen Ländern. Wenn ein Großteil der Haushaltsmittel in die Rückzahlung fließe, unterblieben Investitionen in Gesundheitssystem, Bildung und andere soziale Dienstleistungen. Dies führe zu wachsenden gesellschaftlichen Spannungen, erklärten sie.

Die neue Bundesregierung forderten sie auf, sich im Rahmen der Gruppe der G20-Staaten für eine schnelle Lösung einzusetzen. Die G20-Finanzminister treffen sich in wenigen Tagen in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires.

Die 20 großen Industrie- und Schwellenländer müssten „eine sinnvolle Entschuldungsoption“ schaffen. Besonders nötig sei dies für bestimmte Ländergruppen – etwa solche, die stark mit Naturkatastrophen und Klimawandel kämpften. Das gelte etwa für die Inselstaaten der Karibik, erklärten Erlassjahr und Misereor.

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