China öffnet Finanzmarkt erstmals für japanische Investitionen

Die chinesische Regierung ermöglicht erstmals japanische Investitionen im heimischen Finanzmarkt.

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Weg frei für japanische Investitionen: Li Keqiang (r), Premierminister von China, und Shinzo Abe, Premierminister von Japan, geben sich vor einem gemeinsamen Gespräch am Palast Akasaka die Hand. (Foto: dpa)

Li Keqiang (r), Premierminister von China, und Shinzo Abe, Premierminister von Japan, geben sich vor einem gemeinsamen Gespräch am Palast Akasaka die Hand. (Foto: dpa)

China erlaubt erstmals milliardenschwere japanische Investitionen an den heimischen Finanzmärkten. Ministerpräsident Li Keqiang kündigte dies am Mittwoch bei einem Treffen mit seinem japanischen Amtskollegen Shinzo Abe an. Demnach wird Japan eine Investitionsquote zugewiesen, die ein Engagement im Volumen von 200 Milliarden Yuan (rund 26,5 Milliarden Euro) ermöglicht. Der Schritt gilt als Zeichen des guten Willens der Volksrepublik, die Beziehungen zu dem früheren Kriegsgegner und asiatischen Wirtschaftsrivalen zu vertiefen.

Basis für die Geschäfte ist ein 2011 aufgelegtes Programm mit dem Kürzel RQFII, mit dem China die Tür für Investitionen von Ausländern an seinen Finanzmärkten einen Spalt weit öffnete. Denn die chinesische Währung Renminbi ist nicht frei konvertierbar, und der inländische Finanzmarkt wird über Kapitalkontrollen abgeschirmt. Das „Renminbi Qualified Foreign Institutional Investor Programme“ erlaubt es internationalen institutionellen Investoren jedoch in begrenztem Umfang, im Ausland gehaltene Renminbi direkt in Aktien, Anleihen oder Termingeschäfte auf dem chinesischen Festland zu investieren.

2016 bereits wurde den Vereinigten Staaten eine Investitionsquote in Höhe von 250 Milliarden Yuan gewährt. Auch diese Maßnahme galt als Versuch, das Verhältnis zwischen den beiden größten Wirtschaftsmächten der Welt zu vertiefen. Mittlerweile wird die Beziehung jedoch durch den seit Wochen schwelenden Zollstreit getrübt, den US-Präsident Donald Trump befeuert. Die USA haben bereits Zölle auf Stahl- und Aluminium-Produkte aus China erhoben, Einfuhraufschläge auf zahlreiche weitere Produkte könnten folgen. China hat Gegenmaßnahmen angekündigt. Dies schürt die Furcht vor einem Handelskrieg.

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