Nordkorea lässt gefangene US-Bürger frei

Die nordkoreanische Führung hat drei US-Geiseln freigelassen.

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Der Machthaber von Nordkorea, Kim Jong Un, während einer Sitzung des Zentralkomitees der Koreanischen Arbeiterpartei. (Foto: dpa)

Der Machthaber von Nordkorea, Kim Jong Un, während einer Sitzung des Zentralkomitees der Koreanischen Arbeiterpartei. (Foto: dpa)

Kurz vor dem geplanten Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un hat Nordkorea drei US-Bürger nach mehrjähriger Gefangenschaft freigelassen. Trump twitterte am Mittwoch, Außenminister Mike Pompeo sei auf dem Rückflug von seinen Gesprächen in Nordkorea und habe die drei Landsmänner mit an Bord. Das US-Präsidialamt bezeichnete die Freilassung als Geste des guten Willens vor dem geplanten Gipfel. China, Japan und Südkorea machten sich unterdessen für internationale Hilfszusagen an Nordkorea bei einer vollständigen atomaren Abrüstung stark. Zugleich warnte Japans Ministerpräsident Shinzo Abe davor, den Druck auf Nordkorea zu früh zu reduzieren. Erst müssten den Ankündigungen auch Taten folgen.

Bei den Freigelassenen handelt es sich um zwei Dozenten der aus dem Ausland finanzierten Universität für Wissenschaft und Technologie in Pjöngjang sowie einen Missionar. Evangelikale Christen hatten die Universität in Pjöngjang im Jahr 2010 eröffnet. Die drei Männer schienen bei guter Gesundheit zu sein, schrieb Trump. Er werde den Minister und die Freigelassenen persönlich in der Nacht zum Donnerstag auf der Luftwaffenbasis Andrews begrüßen. Pompeo habe ein gutes Treffen mit Kim gehabt. Termin und Ort für das Gipfeltreffen stünden fest, twitterte Trump, ohne Details zu nennen. Das Treffen wird für Ende Mai/Anfang Juni erwartet, als Ort wurde in den vergangenen Tagen in Medien Singapur genannt. Pompeo war zur Vorbereitung des historischen Gipfels zum weiten Mal binnen sechs Wochen bei Kim.

Südkorea forderte die Führung in Pjöngjang auf, nun auch sechs Südkoreaner freizulassen. Das würde die Bemühungen um eine Versöhnung zwischen beiden koreanischen Staaten befördern und wäre dem Frieden auf der koreanischen Halbinsel dienlich, teilte der südkoreanische Präsidialamtssprecher mit.

In Tokio berieten die Ministerpräsidenten Japans und Chinas mit dem südkoreanischen Präsidenten über die jüngsten Entwicklungen in der Region. „Wir müssen das jüngste Momentum zur Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel und für Frieden und Sicherheit in Nordost-Asien nutzen und mit der internationalen Gemeinschaft noch stärker zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass Nordkorea auch konkret handelt“, sagte Japans Ministerpräsident Abe nach dem Treffen mit seinem chinesischen Kollegen Li Keqiang und Südkoreas Präsident Moon Jae In. Wenn Nordkorea den richtigen Weg einschlage, könne das rohstoffreiche Land mit seiner hart arbeitenden Bevölkerung wirtschaftlich prosperieren.

In einem Gespräch mit Moon äußerte Abe nach Angaben eines südkoreanischen Sprechers aber die Sorge, dass der Druck auf Nordkorea zu früh gelockert werden könnte als Belohnung für die Ankündigung Kims, die Atomtestanlagen zu schließen und die Raketentests zu stoppen. Zuerst müssten aber konkrete Aktionen sichtbar sein. Moon habe Abe zusagt, nichts ohne Absprache mit den Vereinten Nationen (UN), den USA und anderen Staaten zu unternehmen.

Moon und Li plädierten für eine wirtschaftliche Unterstützung Nordkoreas durch die internationale Gemeinschaft, eingeschlossen der USA. Die beiden Länder wollten zudem Eisenbahnprojekte ausloten, um China und Südkorea mit einer Strecke durch Nordkorea zu verbinden, erklärte ein Sprecher des südkoreanischen Präsidialamts. Auch Russland hat bereits Bereitschaft zur Beteiligung an Infrastrukturprojekten auf der koreanischen Halbinsel bekundet. Dabei geht es um trilaterale Projekte wie den Ausbau der Bahn-, Gas- und Strominfrastruktur zwischen den beiden koreanischen Staaten.

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