ifo-Institut korrigiert Prognose für Deutschland deutlich nach unten

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft und die Weltwirtschaft trüben sich merklich ein. Mehrere Institute schwächen ihre Prognosen deutlich ab.

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Ein Stahlarbeiter bei Salzgitter. Foto: dpa)

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Immer mehr Institute schrauben nach dem schwachen Jahresauftakt und wegen des Handelsstreits mit den USA ihre Prognosen für die deutsche Wirtschaft kräftig herunter. Das Münchner Ifo-Institut nahm seine Vorhersage für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in diesem Jahr auf 1,8 (bislang: 2,6) Prozent zurück, für 2019 auf 1,8 (2,1) Prozent. „Am deutschen Konjunkturhimmel brauen sich derzeit kräftige Gewitterwolken zusammen“, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

Das sieht das Essener RWI-Institut ebenfalls so: Es senkte seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 1,8 (2,4) Prozent und erwartet für 2019 sogar nur noch 1,5 (1,9) Prozent. Zuvor hatten schon das Berliner DIW und das IWH in Halle ihre Erwartungen kräftig nach unten korrigiert.

Seit mehreren Monaten deuten viele Wirtschaftsdaten eine bevorstehende Rezession in der Weltwirtschaft an.

„Das außenwirtschaftliche Klima ist rauer geworden“, erläuterte RWI-Chefökonom Roland Döhrn. „Selbst wenn nur kleine Teile des deutschen Exports von den durch die USA verhängten Zöllen betroffen sind, dürfte das Aufkeimen des Protektionismus negativ auf das Exportklima wirken und Unternehmen vorsichtiger agieren lassen.“ US-Präsident Donald Trump hat bereits Strafzölle auf Aluminium und Stahl aus den EU-Ländern eingeführt, als nächstes könnten welche auf Autos folgen. Döhrn ergänzte, zudem seien die Firmen verunsichert durch die unklare Zukunft der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU nach dem geplanten Brexit.

Auch das schwache erste Quartal – in dem sich das Wachstum von Europas größter Volkswirtschaft auf 0,3 Prozent halbierte – stimmt die Institute pessimistischer. „Der deutsche Konjunkturmotor hat ordentlich zu stottern begonnen“, sagte Ifo-Experte Wollmershäuser. Dazu hätten zwar Sonderfaktoren wie die Grippewelle mit ungewöhnlich vielen Arbeitsausfällen beigetragen. Aber inzwischen investierten die Unternehmen auch weniger. Zudem drohe die Gefahr einer neuen Euro-Krise. Als Brandherd könne sich vor allem Italien erweisen, wo die neue Regierung trotz hoher Verschuldung mehr Geld ausgeben wolle. „Die Abwärtsrisiken für die deutsche Wirtschaft haben sich deutlich erhöht“, fasste Wollmershäuser zusammen. „Sie überwiegen bei weitem.““

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