Russland und Indien wollen bei Waffen-Geschäften Dollar vermeiden

Russland und Indien gehen dazu über, bei Rüstungsgeschäften künftig nicht mehr den Dollar zu nutzen. Mit diesem Schritt wollen sie die US-Sanktionen umgehen.

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Narendra Modi (l), Premierminister von Indien, und Wladimir Putin, Präsident von Russland, am 21.05.2018 in der Bocharov Ruchei Residenz Sotschi. (Foto: dpa)

Narendra Modi (l), Premierminister von Indien, und Wladimir Putin, Präsident von Russland, am 21.05.2018 in der Bocharov Ruchei Residenz Sotschi. (Foto: dpa)

Russland und Indien versuchen, die US-Sanktionen zu umgehen, indem sie künftig die Rupie und den Rubel nutzen werden, berichtet The Economic Times. Weltweit werden Rüstungsverträge hauptsächlich in Dollar abgewickelt.

Indien ist einer der größten Käufer von militärischer Ausrüstung aus Russland. Seit den 1960er Jahren haben die Länder Militär-Verträge im Wert von 65 Milliarden Dollar unterzeichnet.

Indien ist bereit, das russische Luftverteidigungssystem S400 für fünf Milliarden Dollar zu erwerben. Die US-Regierung ist gegen diesen Deal.

Die Länder hatten zuvor verschiedene Möglichkeiten zur Umgehung der US-Sanktionen diskutiert, einschließlich der Zahlung in Drittwährungen wie dem Singapur-Dollar. Es werden Gespräche zwischen der Vijaya Bank und der Indian Bank auf der indischen Seite und der Sberbank auf der russischen Seite geführt.

Zu den weiteren Optionen, die geprüft werden, zählen Zahlungen an nicht sanktionierte Unternehmen in Russland, nachdem der russische Rüstungsbauer Rosoboronexport vom US-amerikanischen Office of Foreign Assets Control (OFAC) sanktioniert wurde.

US-Sanktionen verbieten Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen, die als “Specially Designated Nationals” (SDN) bezeichnet werden. Im April 2018 wurden indische Banken vom OFCA unter Druck gesetzt, damit sie alle Kreditlinien (LoCs) an russische Rüstungsunternehmen einfrieren, was dazu führte, dass alle Geschäfte eingestellt wurden. Seit April konnten keine Vertrags-Zahlungen mehr getätigt werden. Zahlungen im Wert von über 100 Millionen US-Dollar wurden in weniger als einem Monat blockiert. Ebenfalls betroffen sind laufende U-Boot-Reparaturen sowie der Kauf von Raketen und Munition.

Indien verfügt über neun U-Boote, einen Flugzeugträger, fünf Lenkwaffenzerstörer, sechs Lenkflugkörper-Fregatten, vier Minen-Schiffe und ein Öl-Tank-Schiff russischen Fabrikats, berichtet Global Security. Das Land verfügt über die fünftgrößte Marine der Welt.

Die USA versuchen seit geraumer Zeit, Indien zu einem wichtigen Absatzmarkt für US-Rüstungsgüter zu gewinnen. Die New York Times berichtet: “Die USA haben versucht, Indien als strategischen Verbündeten und als Absicherung gegen die militärische Expansion Chinas zu kultivieren (…) Lockheed Martin bot im vergangenen Sommer an, die Produktion von F-16 Kampfflugzeugen von Texas nach Indien zu verlegen, wenn Indien dem Kauf des Flugzeugs zustimmen würde.”

“In den vergangenen Jahren haben sie (die Inder, Anm. d. Red.) einen massiven Übergang erlebt, bei dem mehr Ausrüstung aus den USA gekauft wird. Das liegt daran, dass die USA eine engere Beziehung zu Indien anstreben und Verteidigungsabkommen im Wesentlichen diplomatische Abkommen sind (…) Mein Verdacht ist, dass Amerika den S-400-Kauf nicht als sanktionswürdig betrachten wird (…) Für die bilateralen Beziehungen steht zu viel auf dem Spiel. Wenn die USA Sanktionen verhängen, wird das den guten Willen (der Inder, Anm. d. Red.) unterminieren, den die USA in den vergangenen zwei Jahrzehnten aufgebaut haben”, so Shailesh Kumar, Asien-Direktor bei der Eurasia Group.