Handelskrieg: China verbietet US-Hersteller Verkauf von Chips

Ein chinesisches Gericht hat die Chip-Verkäufe von des US-Herstellers Micron verboten.

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Inmitten des eskalierenden Handelsstreits mit den USA hat ein chinesisches Gericht dem amerikanischen Halbleiterhersteller Micron offenbar den Verkauf von 26 Chip-Produkten in der Volksrepublik untersagt. Grund für die einstweilige Verfügung sei eine Patentrechtsverletzung, wie das konkurrierende taiwanische Unternehmen United Microelectronics (UMC) und dessen chinesischer Partner mitteilten. Micron wollte sich dazu zunächst nicht äußern, sondern erst die Unterlagen des chinesischen Gerichts überprüfen.

Die beiden Chiphersteller streiten seit längerem. Im Dezember reichte Micron im US-Bundesstaat Kalifornien eine Zivilklage ein, in der UMC und dessen chinesischem Partner Fujian Jinhua Integrated Circuit die Verletzung geistigen Eigentums vorgeworfen wird. UMC konterte mit einer Klage in China.

Micron-Aktien gaben am Dienstag in einem schwachen Umfeld mehr als fünf Prozent nach. Der US-Konzern erwirtschaftet rund die Hälfte der Umsätze in der Volksrepublik. Dagegen legten UMC-Aktien zu. Auch UMC will das China-Geschäft ausbauen und die dortigen Aktivitäten an die Börse in Shanghai zu bringen.

Im sich zuspitzenden Handelskonflikt bremsen die USA und China immer wieder Unternehmen aus dem jeweils anderen Land aus. So will die US-Regierung dem weltgrößten Telekommunikationsanbieter China Mobile den Zugang zum US-Markt verwehren. US-Strafmaßnahmen kamen zudem Chinas Technologiekonzern ZTE teuer zu stehen. Das US-Handelsministerium erlaubte ZTE nun aber wieder, dringend benötigte Geschäfte zur Aufrechterhaltung bestehender Netze und Geräte in den USA zu tätigen, wie aus von der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag eingesehenen Papieren hervorgeht. Die Genehmigung gelte vorerst bis zum 1. August. Die USA hatten unter zahlreichen Auflagen bereits vergangenen Monat ein Lieferverbot für ZTE wieder aufgehoben.

Unterdessen will die Volksrepublik ab diesem Freitag Zölle auf US-Güter im Wert von 34 Milliarden Dollar erheben, wie die Nachrichtenagentur Reuters von einem Insider erfuhr. Dies wäre Beobachtern zufolge eine Art Vergeltungsschlag auf von US-Präsident Donald Trump ebenfalls für Freitag angekündigte Zölle auf chinesische Güter im gleichen Umfang.

China ist der wichtigste Handelspartner der USA. Trump hat immer wieder das hohe Defizit der USA im Warenhandel mit anderen Ländern beklagt. Von China fordert er zudem seit längerem schärfere Maßnahmen gegen den Diebstahl von intellektuellem Eigentum.