US-Ölkonzerne verdrängen Iraner aus Indien

Indien hat die Importe von US-Rohöl deutlich gesteigert. Der Marktanteil der Iraner nimmt dagegen im Vorfeld drohender US-Sanktionen ab.

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Eine Aufnahme einer Erdöl-Raffinerie. (Foto: dpa)

Eine Aufnahme einer Erdöl-Raffinerie. (Foto: dpa)

Die indische Regierung hat den Import von Rohöl aus den USA in den vergangenen Monaten deutlich gesteigert. Wie die New York Times berichtet, wurde bis Juli mit etwa 15 Millionen Barrel (159 Liter) bereits mehr als doppelt so viel Rohöl aus den USA importiert wie im gesamten vergangenen Jahr.

Dem Vorsitzenden der Indian Oil Corporation – der größten Raffinerie des Landes – zufolge könnten die Importe aus den USA künftig weiter steigen. Insbesondere, weil das amerikanische WTI-Rohöl günstiger als die Sorte Brent ist. Zudem könnte die chinesische Regierung im Zuge des Handelskrieges mit der US-Regierung Importzölle auf US-Rohöl erlassen, was zu einer teilweisen Umleitung der Ausfuhren führen könnte.

Der Marktanteil iranischer Ölunternehmen in Indien nimmt hingegen ab. Zwischen Mai und Juni sanken die Importe um 16 Prozent.

Hintergrund der Entwicklung ist der Wirtschaftskrieg, welchen die US-Regierung seit Aufkündigung des Iran-Abkommens gegen das Land führt. US-Präsident Donald Trump hat alle Abnehmer von iranischem Öl aufgefordert, die Importe bis November einzustellen. Vergangenen Monat forderte das indische Ölministerium die Raffinerien des Landes auf, schrittweise weniger iranisches Öl zu kaufen, um den ab November drohenden US-Sanktionen vorzubeugen.