Tausende Rumänen demonstrieren gegen Regierung

In Rumänien ist es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen.

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10.08.2018, Rumänien, Bukarest: Ein Mann erhebt eine Plastikflasche gegen Polizisten bei Protesten vor dem Regierungssitz der rumänsichen Hauptstadt. (Foto: dpa)

10.08.2018, Rumänien, Bukarest: Ein Mann erhebt eine Plastikflasche gegen Polizisten bei Protesten vor dem Regierungssitz der rumänsichen Hauptstadt. (Foto: dpa)

Tausende Demonstranten haben am Samstagabend erneut gegen die sozialliberale Regierung in Bukarest und Korruption in Rumänien protestiert. Einen Tag nach landesweiten, teilweise gewalttätigen Protesten mit zehntausenden Teilnehmern forderten die Demonstranten den Rücktritt der Regierung. Auch müssten die Verantwortlichen für den massiven Polizeieinsatz am Vortag bestraft werden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Mediafax waren am Freitag 452 Menschen verletzt worden, unter ihnen 35 Polizisten.

Seit Februar 2017 demonstrieren die Bürger in Rumänien immer wieder gegen die von den Sozialdemokraten (PSD) geführte Regierung, weil diese die Bekämpfung der Korruption zunehmend erschwert.

Einem ORF-Bericht zufolge hatte sich am Freitag Agitatoren unter die Demonstranten gemischt, die die Polizei attackiert hätten. Auch ein Kameramann wurde laut ORF von der Polizei mit Schlagstöcken attackiert.

Am Freitagabend waren die bislang friedlichen Proteste in Bukarest erstmals von Gewaltausbrüchen begleitet. Vermummte, die sich unter die Demonstranten gemischt hatten, versuchten den Regierungssitz zu stürmen. Die Polizei reagierte mit dem Einsatz von Wasserwerfern, Tränengas und Schlagstöcken, den auch eine große Zahl friedlicher Demonstranten zu spüren bekam.

Staatspräsident Klaus Iohannis hatte den Polizeieinsatz als unverhältnismäßig verurteilt und eine staatsanwaltliche Untersuchung der Vorfälle gefordert. Innenministerin Carmen Dan rechtfertigte am Samstag auf einer Pressekonferenz in Bukarest das Vorgehen der Polizei damit, dass diese mit gefährlichen Gewalttätern konfrontiert gewesen sei.

Iohannis steht für einen anti-russischen Kurs, während die sozialliberale Regierung eine Annäherung an Moskau sucht.