Bosch entwickelt Antrieb für Elektro-Transporter

Bosch hat einen Antrieb für Elektro-Transporter entwickelt.

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Das Logo des Industriekonzerns Bosch. (Foto: dpa)

Das Logo des Industriekonzerns Bosch. (Foto: dpa)

Bosch hat einen Antrieb für Elektro-Transporter entwickelt, der 2019 auf den Markt kommen soll. Der Antrieb ist für Fahrzeuge mit einem Gewicht von zwei bis 7,5 Tonnen geeignet und nach Unternehmens-Angaben besonders für Transporter gedacht, die im Stadtverkehr unterwegs sind. Seine Reichweite beträgt rund 200 Kilometer, wobei das Bremsen zur Energie-Rückgewinnung genutzt wird und die Reichweite dementsprechend verlängert.

Der Antrieb wird mit oder ohne Getriebe geliefert: „Je nachdem, was der jeweilige Transporter-Hersteller vorzieht“, so Bosch-Sprecherin Inga Ehret im Gespräch mit den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Er sei einfach einzubauen, spare den Fahrzeug-Herstellern eine Menge Zeit und Geld und trage dazu bei, dass die Hersteller neue Modelle rascher entwickeln könnten: „Der Antrieb ist ja schon da.“

Mit dem Antrieb sollen vor allem Transporter ausgerüstet werden, die in der Stadt unterwegs sind. „Der Online-Handel boomt und bringt den Lieferverkehr in Metropolen an seine Grenzen“, heißt es in einer Bosch-Presseerklärung. Lärm und Abgase führten zu Diskussionen um Einfahrverbote, die nicht nur den Versandhandel, sondern auch Kleinunternehmen wie Handwerker träfen. Und für genau diesen Kundenkreis – also Händler, Auslieferer, Handwerker – seien die mit dem neuen Antrieb ausgerüsteten Fahrzeuge gedacht. Schließlich fahren sie geräusch- und emissions-, also störungsfrei. Laut Statistik seien die meisten Transporter in der Stadt nicht mehr als 80 Kilometer pro Tag unterwegs. Über Nacht ständen sie dann im Depot und könnten wieder aufgeladen werden.

Bereits jetzt gibt es – vor allem in Großstädten – Zonen, in denen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor nicht erlaubt sind. Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, die Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2030 um mindestens 40 Prozent zu senken (gegenüber dem Stand von 1990). Laut einer Studie der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PcW) ist für 61 Prozent der Online-Besteller die Auslieferung durch E-Autos oder Lastenfahrräder ein wichtiges Kriterium bei der Wahl ihres Online-Händlers. Die Zulassungszahlen für Klein-Transporter steigen kontinuierlich: Laut einer Studie von Shell sind derzeit von vier zugelassenen Nutzfahrzeugen drei den Kleintransportern zuzurechnen – mit steigender Tendenz.

Der neue Elektro-Antrieb richtet sich laut Bosch-Sprecherin Ehret an Hersteller aller Größenordnungen: „Vom Start-up bis zum etablierten, weltweit operierenden Konzern.“ Es gäbe bereits einen Kunden, der seine Fahrzeuge nächstes Jahr mit dem Antrieb ausstatten wird. „Wer das ist, dürfen wir allerdings noch nicht verraten“, sagte Ehret den Deutschen Wirtschaftsnachrichten.

Bosch ist mit einem Jahresumsatz von etwas über 78 Milliarden Euro das sechstgrößte deutsche Unternehmen. 47,4 Milliarden Euro (61 Prozent) entfällt dabei auf den Bereich „Mobility Solutions“ (Autoteile und Mobilitätslösungen). Bosch ist der größte Automobil-Zulieferer der Welt. Der Konzern mit Sitz in Stuttgart beschäftigt rund 402.000 Mitarbeiter, davon 64.500 in Forschung und Entwicklung.

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