Maaßen präzisiert Aussage zu Zeckenbiss-Video

Verfassungsschützer Maaßen hat seine Einschätzung zu dem Zeckenbiss-Video präzisiert.

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Horst Seehofer und Hans-Georg Maaßen am 24.07.2018 in Berlin. (Foto: dpa)

Horst Seehofer und Hans-Georg Maaßen am 24.07.2018 in Berlin. (Foto: dpa)

Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hat seine Äußerungen zu einem Video zu den Vorfällen in Chemnitz präzisiert. In seinem Schreiben an Bundesinnenminister Horst Seehofer äußere Maaßen laut SZ keine Zweifel an der Echtheit des Videos, das einen Angriff auf Migranten zeigen soll. Er sei falsch verstanden worden. Zweifel seien allerdings angebracht, ob das Video tatsächlich eine Menschenjagd zeige, schrieb Maaßen demnach.

Nach Spiegel-Informationen kritisierte Maaßen in seinem Schreiben die schnelle Veröffentlichung des Videos in großen Medien als „unseriös“, weil niemand die Quelle und die Echtheit der Aufnahme zu dem Zeitpunkt habe einschätzen können.

Die genauen Umstände des Videos sind bis heute unaufgeklärt: Im Zuge der Demos in Chemnitz war ein Video der Gruppe „Antifa Zeckenbiss“ aufgetaucht, welches diese Gruppe nach eigenen Angaben in „rechten Foren“ gefunden haben will. Das hatte die Antifa-Gruppe in einer Pressemitteilung bekanntgegeben:

Das Video wurde von zahlreichen Medien verbreitet. Wer hinter der Antifa-Gruppe steht und welche Personen in „rechten Foren“ das Video gedreht haben ist nicht bekannt und konnte bisher auch noch nicht überprüft werden. Maaßen hatte laut Bild-Zeitung bei einem Geheimdiensttreffen zu Protokoll gegeben, dass der Verfassungsschutz über „keinerlei Informationen über die Organisation Antifa Zeckenbiss“ verfüge.

Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen hatte der Bild-Zeitung vergangene Woche zu dem Video gesagt: „Es liegen keine Belege dafür vor, dass das im Internet kursierende Video zu diesem angeblichen Vorfall authentisch ist.“ Nach seiner vorsichtigen Bewertung „sprechen gute Gründe dafür, dass es sich um eine gezielte Falschinformation handelt, um möglicherweise die Öffentlichkeit von dem Mord in Chemnitz abzulenken“.

Tübingens grüner Bürgermeister Boris Palmer schrieb auf Facebook:

„Wem glaube ich jetzt eher? „Antifa-Zeckenbiss“ oder dem Präsidenten des Verfassungsschutzes?

Dass in Chemnitz Nazis marschiert sind und Gewalt gegen Migranten ausgeübt wurde, ist unbestreitbar. Das muss scharf verurteilt und bestraft werden.

Aber wie ein Video, dessen Urheber nicht identifizierbar ist und auf keine Anfrage reagiert, ungeprüft ganz Deutschland in eine solche Debatte treiben konnte, das begreife ich nicht. Das nagt ganz massiv an der Glaubwürdigkeit der Medien. Und das in einer Situation, wo wir nichts mehr brauchen als Sachlichkeit und Vertrauen in Information, um der Gefahr durch die AfD entgegen zu treten.“