Dänische Finanzaufsicht ermittelt gegen Danske Bank

Die dänische Finanzaufsicht nimmt ihre im Mai beendeten Ermittlungen gegen die Danske Bank wieder auf.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Vorwurf der Geldwäsche: Der Hauptsitz der Danske Bank in Kopenhagen. (Foto: dpa)

Der Hauptsitz der Danske Bank in Kopenhagen. (Foto: dpa)

Die dänische Finanzaufsichtsbehörde hat ihre im Mai abgeschlossenen Ermittlungen gegen die Danske Bank wieder aufgenommen. Es soll geprüft werde, ob die oberste Führungsebene vor Gericht gestellt werden soll, berichtet die Financial Times.

Die dänische Finanzaufsichtsbehörde hat die im Mai beendete Untersuchung mit einer Verwarnung der Bank wieder aufgenommen, aber bislang keine Maßnahmen gegen Einzelpersonen verhängt, berichtet das Wirtschaftsministerium des Landes.

„Die FSA beginnt nun die Arbeit, die wir mit unserer Entscheidung im Mai zunächst abgeschlossen haben, erneut. Die Arbeit wird sich darauf konzentrieren, ob sich die Grundlage für unsere Entscheidung im Mai bezüglich der Verantwortung des Top-Managements geändert hat“, sagte Jesper Berg, Leiter der dänischen Aufsichtsbehörde.

Zuvor hatte ein Gruppe von Aktionären der Danske Bank erwägt, neue Ermittlungen im Fall der mutmaßlichen Geldwäschegeschäfte der estnischen Niederlassung der Bank anzustoßen. Wie die Financial Times berichtet, will die Aktionärsvereinigung Deminor Recovery Services bei der nächsten Jahreshauptversammlung der Danske Bank die Forderung nach einer neuen Ermittlung von neutraler Seite erheben.

Die Aktionäre fürchten offenbar, dass bei einer Schieflage der Bank das europäische Bail-in-Verfahren greifen könnte und sie zur Rettung der Bank herangezogen werden könnten. Zuletzt war dies in Spanien praktiziert worden, weshalb internationale Investoren bei europäischen Banken mittlerweile besonders vorsichtig sind. Die deutschen und französischen Banken im Zuge der Griechenland-Krise waren noch mit europäischen Steuergeldern gerettet worden. Die neuen EU-Regeln sollen eine Wiederholung verhindern.

Eine am Mittwoch von der Bank vorgestellte Untersuchung kam zu dem Schluss, dass zwischen 2007 und 2015 rund 200 Milliarden Euro an Zahlungen von der estnischen Niederlassung abgewickelt wurden. Die Bank gab an, nicht zu wissen, welcher Teil dieser 200 Milliarden Euro auf mutmaßliche Geldwäschegeschäfte entfällt.

Der Bericht wurde von Bruun & Hjejle geschrieben, einer Anwaltskanzlei, die aufgrund ihrer früheren Geschäfte mit Danske selbst einräumte, dass sie weder unparteiisch noch unabhängig sei.

„Das ist kompletter Schwachsinn“, wird ein Partner von Deminor von der FT zitiert. „Die Ermittler berichten dem Vorstand, aber der Vorstand hat seine eigenen Probleme. Was Sie in einem normalen Unternehmen tun, wenn Sie ein solches Problem haben, ist, dass Sie ein spezielles Komitee gründen, das von unabhängigen Direktoren geleitet wird, die keinen Bezug zur Affäre haben. Danskes Board of Directors ist aber in dem Fall involviert.“