Öl-Preise steigen: Händler decken sich mit Termin-Kontrakten ein

Die Aussicht auf weiter steigende Ölpreise hat zu Unruhe im Markt geführt.

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Rohstoffhändler an der Chicago Mercantile Exchange. (Foto: dpa)

Rohstoffhändler an der Chicago Mercantile Exchange. (Foto: dpa)

Die Aussicht auf weiter steigende Preise für Rohöl hat zu Unruhe auf dem Handelsmarkt geführt. Demnach versuchen die Käufer derzeit, möglichst viele Termingeschäfte abzuschließen, um wenigstens die derzeit noch zu zahlenden Preise auch in der nahen Zukunft noch bezahlen zu müssen, da sie mit steigenden Notierungen rechnen, berichtet die Financial Times.

Insbesondere Fluggesellschaften versuchen der FT zufolge derzeit, die Preise für die Lieferungen in ein bis zwei Jahren schon heute festzulegen, um mehr Planungssicherheit zu haben. Dies hat dazu geführt, dass die Terminpreise für Brent-Rohöl zur Lieferung im Dezember 2019 die Marke von 75 Dollar pro Barrel (159 Liter) überschritten und nun den höchsten Stand in mehr als 3 Jahren eingenommen haben.

Seit Jahresbeginn sind die Terminpreise für die Sorte Brent um etwa 30 Prozent gestiegen – verglichen mit einem Preisanstieg rund 20 Prozent am Spotmarkt. Die Preise dort steuern derzeit auf die Marke von 80 Dollar pro Barrel zu.

Die Produzenten hingegen versuchen, ihre Termingeschäfte zurückgefahren, weil sie von den möglicherweise höheren Preisen in der Zukunft profitieren möchten.

„Die Termingeschäfte von Ölproduzenten bei Brent-Verträgen gehen angesichts der Erwartung weiter steigender Preise deutlich zurück, während Großkunden wie Fluggesellschaften sich beeilen, um jetzt noch schnell eben solche Geschäfte abzuschließen. Man muss bis zum Jahr 2007 zurückgehen um diesen Grad an Hedging vonseiten der Konsumenten zu sehen“, wird ein Analyst und Unternehmensberater aus dem Ölgeschäft von der FT zitiert.

Beobachtern zufolge befürchten viele Händler, dass durch die Sanktionen der US-Regierung gegen den Iran – welche ab Anfang November in Kraft treten – der Umfang des weltweiten Rohölangebots um bis zu einer Million Barrel täglich sinken werde und weiteren Preisauftrieb erzeugen werden.