Deutsche Exporte in die Türkei rückläufig

Die deutschen Exporte in die Türkei sind im September um ein Drittel zurückgegangen.

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Container im Hafen von Izmir im Sommer 2013. Inzwischen gehen die deutschen Exporte in die Türkei drastisch zurück. (Foto: dpa)

Container im Hafen von Izmir im Sommer 2013. Inzwischen gehen die deutschen Exporte in die Türkei drastisch zurück. (Foto: dpa)

Den deutschen Exporteuren bricht das Türkei-Geschäft weg. Das meldet die Nachrichten-Agentur Reuters. Wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, fiel die Ausfuhr von Waren in die Türkei im September um 33 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Im August waren es noch 1,8 Milliarden Euro gewesen. Einen kräftigeren Rückgang gab es seit dem Jahr der Weltwirtschaftskrise 2009 nicht mehr. Grund des Einbruchs dürfte die schwere Währungskrise in der Türkei sein. Im Sommer war die türkische Lira auf das Rekordtief von rund 6,50 Lira für einen Dollar abgerutscht. Inzwischen hat sich der Kurs etwas erholt und liegt bei nur noch rund 5,50 Lira für einen Dollar. Damit ist die Lira aber immer noch außergewöhnlich schwach, was den Einkauf von ausländischen Waren für die Türkei erheblich verteuert. Seit Jahresbeginn hat die türkische Währung etwa 40 Prozent an Wert verloren.

Mit dem Einbruch im September zeichnet sich auch für das Gesamtjahr 2018 ein Rückgang der deutschen Türkei-Exporte ab. Der September-Einbruch ist tatsächlich so verheerend, dass er die Gesamt-Exporte der ersten drei Quartale um 4,1 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro sinken lässt, obwohl es in den ersten acht Monaten noch ein Plus von fast vier Prozent gegeben hatte. Zum Vergleich: Weltweit legten die deutschen Ausfuhren in den ersten drei Quartalen um 3,5 Prozent zu.

Eine rasche Trendwende ist nicht in Sicht, im Gegenteil: Der DIHK-Herbstumfrage zufolge rechnen die im Türkei-Geschäft aktiven deutschen Unternehmen in den kommenden Monaten mit einem Einbruch. „Die Inflation in der Türkei erreicht immer neue Höhen und bringt die Lira weiter in Bedrängnis“, erklärte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag dazu. „Das hemmt auch den privaten Konsum sowie die Investitionen der Unternehmen.“ Zudem verschärfe die starke Importabhängigkeit der Türkei in Kombination mit der hohen Schuldenlast in Fremdwährungen wie dem Euro oder dem Dollar die Situation. Der wirtschaftspolitische Rahmen in der Türkei wird von über drei Viertel der befragten Unternehmen als großer Unsicherheitsfaktor angesehen. „Ungefähr gleichauf liegt die Besorgnis um den Wechselkurs“, so der DIHK.

2017 gingen deutsche Waren im Wert von 21,5 Milliarden Euro in die Türkei, womit das Land in der Rangliste der wichtigsten deutschen Abnehmer den 16. Platz einnahm. Das Volumen entspricht knapp zwei Prozent der gesamten deutschen Exporte.