Politik

Umfrage: Linkspartei und AfD kämpfen um dritten Platz

Lesezeit: 1 min
18.09.2017 23:10
Im Bund sind derzeit nur die große Koalition und Schwarz-Grün-Gelb möglich.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Politik  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Wenige Tage vor der Bundestagswahl am Sonntag liegen laut einem aktuellen Insa-Meinungstrend für die "Bild"-Zeitung die Parteien der großen Koalition weiter klar vorn. CDU/CSU kommen auf 36 Prozent, die SPD auf 22 Prozent.

Die Linkspartei (elf Prozent) legt demzufolge einen halben Punkt zu, die Grünen (sieben Prozent) einen ganzen Punkt. Die AfD (elf Prozent) hält laut der Insa-Umfrage ihre Ergebnisse aus der Vorwoche.

Die FDP kommt lediglich auf neun Prozent.

Die Parteien der großen Koalition kommen demnach zusammen nur noch auf 58 Prozent der Stimmen, über neun Prozentpunkte weniger als 2013 (67,2 Prozent). Trotzdem gibt es für die GroKo weiterhin eine klare parlamentarische Mehrheit.

Ein Jamaika-Bündnis aus CDU/CSU, FDP und Grünen kommt laut Umfrage auf zusammen 52 Prozent, auch dies wäre eine klare Regierungsmehrheit. Alle Regierungsbündnisse unter Führung der SPD kommen dagegen nicht über 40 Prozent: Eine Ampelkoalition würde 38 Prozent erreichen, Rot-Rot-Grün 40 Prozent. Auch Schwarz-Gelb oder Schwarz-Grün wären chancenlos.

Insa-Chef Hermann Binkert fasste in der "Bild" zusammen, Union und SPD verlören etwa jeden siebten Wähler von 2013. Jamaika oder GroKo seien die einzigen Alternativen für die Regierungsbildung. AfD und Linke hätten die größten Chancen auf Platz Drei.

Für den Insa-Meinungstrend im Auftrag von "Bild" wurden vom 15. bis zum 18. September 2017 insgesamt 2042 Bürger befragt. Die Umfragen sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, weil die Parteien ein Interesse haben, in der Schlussphase ihre Leute noch einmal zu aktivieren.

Die AfD dagegen dürfte eher unterbewertet sein, weil sich viele Wähler öffentlich nicht zu der Partei bekennen möchten. Für die FDP spielen Umfragen eine untergeordnete Rolle: Sie geht davon aus, in die Regierung zu kommen und beansprucht schon einmal vorsorglich den Posten den Finanzministers: "Die FDP sollte in keine Regierung eintreten, in der sie nicht den Finanzminister stellt", sagte FDP-Vorstandsmitglied Alexander Hahn der Bild". Nur so könnten zentrale Wahlversprechen wie eine bessere Finanzierung der Bildung und eine Reform des Steuersystems gewährleistet werden.

Auch die Grünen wollen vor allem in die Regierung, müssen jedoch kämpfen, weil sie in den vergangenen Monaten in einigen Umfragen immer wieder gefährlich an der 5 Prozent-Grenze entlanggeschrammt sind.


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Deutsche Investitionen bedroht: Würth äußert sich besorgt über AfD-Erfolg
15.06.2024

Der Unternehmer Reinhold Würth äußerte Enttäuschung über das Abschneiden der AfD bei der Europawahl, insbesondere in Künzelsau, wo...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt weiter - Hoffnung auf Trendwende schwindet
15.06.2024

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland steigt weiter an, ohne Anzeichen einer baldigen Trendwende. Experten prognostizieren...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Hauptquartier: Amerikaner übergeben Nato-Mission ausgerechnet Deutschland
14.06.2024

Die Nato plant, die internationalen Waffenlieferungen und Ausbildung der ukrainischen Streitkräfte zu koordinieren. Deutschland fällt...

DWN
Politik
Politik Die Bahn kommt: Bund und Länder einig über Sanierungskosten und Ertüchtigung
14.06.2024

Vor lauter Hiobsbotschaften von der Bahn gehen manchmal die wirklich wichtigen Nachrichten unter. Bund und Länder haben sich diese Woche...

DWN
Politik
Politik Die DWN-Chefredaktion kommentiert: Warum Deutschland bei Abschiebungen Zeit verschwendet
14.06.2024

Liebe Leserinnen und Leser, jede Woche gibt es ein Thema, das uns in der DWN-Redaktion besonders beschäftigt und das wir oft auch...

DWN
Immobilien
Immobilien ZIA-Immobilientag 2024: Krise in der Baubranche „ist noch gar nicht richtig angekommen“
14.06.2024

Beim jährlichen „Tag der Immobilienwirtschaft“ des Spitzenverbands der deutschen Immobilienwirtschaft (ZIA) diese Woche war ein...

DWN
Politik
Politik Waffenruhe Ukraine: Putin nennt Verzicht auf NATO-Mitgliedschaft als Bedingung
14.06.2024

Russlands Präsident Wladimir Putin bietet eine Waffenruhe in der Ukraine an, stellt dafür aber klare Bedingungen auf: Die Ukraine muss...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft EU-Strafzölle treffen auch Tesla: Warnung vor Preiserhöhungen
14.06.2024

Obwohl Tesla eine Fabrik in Grünheide hat, importiert das Unternehmen den Bestseller Model 3 aus Shanghai nach Deutschland. Jetzt...