Weltwirtschaft

Zahl der Corona-Toten in China steigt auf 563, über 28.000 infiziert

Lesezeit: 2 min
06.02.2020 09:30  Aktualisiert: 06.02.2020 09:30
China erwägt Verschiebung von Volkskongress. Hunderte Passagiere auf Kreuzfahrtschiff unter Quarantäne.
 Zahl der Corona-Toten in China steigt auf 563, über 28.000 infiziert
China, Yunyang: Eine medizinische Kraft zieht sich im Volkskrankenhaus Schutzkleidung an. (Foto: dpa)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus ist auf weit mehr als 500 gestiegen. In China, wo der Erreger zuerst aufgetreten ist und besonders stark um sich greift, wurden zuletzt 563 Todesfälle gemeldet. Mehr als 28.000 Infektionen waren bis Donnerstag bestätigt. Obwohl die Erkrankung bei vielen Patienten glimpflich verläuft und schnell abklingt, hat das Auftreten des noch weitgehend unbekannten Virus vielerorts Ängste ausgelöst.

Gesundheitsbehörden vor allem in China und den USA dringen auf die rasche Entwicklung eines Impfstoffs, doch Pharmakonzerne rechnen nicht mit einem raschen Durchbruch. Auch die Weltgesundheitsorganisation dämpfte die Erwartungen: Es sei bisher keine effektive Therapie bekannt, erklärte die WHO.

Sorge bereitet der WHO vor allem, wenn es zu neuen Ansteckungen außerhalb Chinas kommt. Bisher sind viele Erkrankungen außerhalb der Volksrepublik bei Personen aufgetreten, die sich selbst im Zentrum des Krankheitsausbruchs im zentralchinesischen Wuhan aufgehalten haben oder Kontakt mit Wuhan-Reisenden hatten. Doch zuletzt wurden direkte Infektionen auch aus Singapur gemeldet, wo ein Angestellter aus Wuhan an einem Mitarbeitertreffen teilgenommen hatte. Die WHO leitete nach eigenen Angaben eine Untersuchung ein. Um welches Unternehmen es sich handelt, wurde zunächst nicht bekannt.

Die ersten Fälle in Deutschland waren bei einer Firma in Bayern aufgetreten, bei der eine infizierte Mitarbeiterin aus Wuhan eine Schulung abgehalten hatte. In Deutschland sind laut Gesundheitsministerium Stand Mittwoch zwölf Fälle gemeldet.

HUNDERTE PASSAGIERE AUF KREUZFAHRTSCHIFFEN UNTER QUARANTÄNE

Mehrere Länder wie die USA lassen China-Reisende inzwischen unter bestimmten Bedingungen nicht mehr ins Land. In China selbst sind Millionenstädte wie Wuhan praktisch von der Außenwelt abgeschnitten. Viele Fluggesellschaften haben ihre Verbindungen nach China ausgesetzt. Zuletzt wirkte sich der Virusausbruch auch auf die Kreuzfahrtbranche aus.

So wurden mehrere Kreuzfahrtschiffe unter Quarantäne gestellt und sitzen in Häfen fest. Im japanischen Yokohama sind dem Gesundheitsministerium zufolge auf einem Schiff weitere zehn Personen positiv getestet worden. Damit verdoppelt sich die Zahl der bestätigten Fälle auf dem Kreuzfahrtschiff, das rund 3700 Personen an Bord hat. In Hongkong wurde ein Schiff mit ähnlich vielen Passagieren und Mitarbeitern den zweiten Tag unter Quarantäne gestellt, während Coronatests laufen. In Taiwan dürfen keine Kreuzfahrtschiffe mehr anlegen.

Wegen des Coronavirus erwägt China eine Verschiebung seiner jährlichen Parlamentssitzung. Der Nationale Volkskongress mit seinen rund 3000 Delegierten kommt tagelang in Peking zusammen, um Gesetze zu verabschieden. Dabei werden auch wichtige wirtschaftliche Ziele für das gesamte Jahr bekanntgegeben. Der Beginn der Sitzung ist bisher für den 5. März geplant.


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Politik
Politik EILMELDUNG - Bundesregierung bereitet Corona-Sondergesetze vor - Polizei-Hundertschaften riegeln Berliner Regierungsviertel ab

Die Bundesregierung hebelt den Föderalismus in Deutschland ab einer Inzidenz von 100 aus.

DWN
Politik
Politik US-Senat will Konfrontationskurs gegen China mit neuem Gesetz verschärfen

In den USA bereitet ein Senatsausschuss ein gegen China gerichtetes, weitreichendes Gesetzespaket vor. Sollte es angenommen werden, droht...

DWN
Politik
Politik „Bausteine einer anderen Gesellschaftsordnung“: BDI identifiziert den totalitären Charakter der Grünen

Der Bundesverband der deutschen Industrie warnt vor den im Parteiprogramm der Grünen verankerten Zielen. Diese liefen nicht nur der...

DWN
Deutschland
Deutschland Der Feldzug gegen den Verbrennungsmotor stößt zunehmend auf Widerstand

Angesichts der massiven Schäden für den Wohlstand und die Arbeitsmärkte der europäischen Staaten regt sich verstärkt Widerstand gegen...

DWN
Deutschland
Deutschland Lobbyverein „Deutsche Umwelthilfe“ reicht Klage gegen Weiterbau von Nord Stream 2 ein

Der Lobbyverein „Deutsche Umwelthilfe“ versucht erneut vor Gericht, einen Weiterbau der Ostsee-Pipeline zu verhindern.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft EZB und IWF wollen das Bargeld mit einem fiesen Trick abschaffen

Es ist eindeutig. Die EZB und der IWF wollen die vorhandene Geldmenge in zwei Parallel-Währungen splitten – Bargeld und digitales Geld....

DWN
Finanzen
Finanzen Was den schwächelnden Silberpreis nach oben bringen wird

Gold hat gerade seinen ersten Quartalsverlust seit 2018 verzeichnet und auch Silber ist weiterhin schwach. Doch die Anzeichen mehren sich,...

DWN
Politik
Politik Japan will eine Million Tonnen kontaminiertes Fukushima-Wasser ins Meer leiten

Die japanische Regierung wird in den kommenden Jahren Millionen Tonnen kontaminiertes Wasser des Atomkraftwerks Fukushima ins Meer leiten.