Corona-Bonds: Grüne fordern Vergemeinschaftung der Schulden in der Euro-Zone

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
28.03.2020 14:42  Aktualisiert: 28.03.2020 14:42
Die Grünen fordern die Einführung von Corona-Bonds, um Ländern wie Italien und Spanien zu helfen. Damit wollen sie eine Vergemeinschaftung der Schulden in der Euro-Zone - zum Nachteil der EU-Staaten mit einer hohen Bonität.
Corona-Bonds: Grüne fordern Vergemeinschaftung der Schulden in der Euro-Zone
Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, und Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. (Foto: dpa)
Foto: Kay Nietfeld

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Grünen haben die Bundesregierung aufgefordert, den Widerstand gegen Corona-Bonds in der Wirtschaftskrise aufzugeben. Corona-Bonds ziehen eine Vergemeinschaftung der Schulden in der Euro-Zone nach sich, wodurch Spanien, Italien und Griechenland massiv profitieren, aber Deutschland und weitere Länder mit einer hohen Bonität finanzielle Nachteile erleiden würden. Die Uneinigkeit der EU-Staats- und Regierungschefs beim Videogipfel laufe auf ein Scheitern hinaus, sagte der Europapolitiker Sven Giegold am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel.

“Mit ihrem plumpen Nein zu Eurobonds tritt die Bundesregierung die europäische Idee mit Füßen. Gerade in den vom Virus am schwersten betroffenen Mitgliedsländern müssen die Menschen Europa jetzt spüren”, sagte Giegold.

Die AFP zitiert den Grünen-Chef Robert Habeck: “Mit sogenannten Corona-Bonds ließen sich Spekulationen gegen die Anleihen einzelner Länder verhindern. Wir müssen verhindern, dass aus der Corona-Krise eine neue Finanz- und Eurokrise entsteht.”

Annalena Baerbock, Co-Parteichefin der Grünen in Deutschland, sagte dem RND: “Nur ein gemeinsamer europäischer Schutzschirm kann eine tiefe Spaltung der Euro-Zone verhindern.”

Der Videogipfel hatte sich am späten Donnerstagabend nicht darauf einigen können, wie ein gemeinsamer Rettungsschirm für hoch verschuldete EU-Länder gespannt werden könnte, die nun in der Corona-Krise erneut massiv Schulden machen müssen. Die Bundesregierung lehnt die von Frankreich, Italien, Spanien und anderen Ländern geforderte gemeinsame Aufnahme von Schulden ab.

Giegold meinte: “Mit ihrer kategorischen Ablehnung von Gemeinschaftshaftung baut die Bundesregierung einen Popanz auf.” Ohne gemeinsame Fiskalpolitik bleibe nur die Europäische Zentralbank, “den Karren aus dem Dreck ziehen”.


Mehr zum Thema:  

DWN
Termine
Wichtige Termine Lesen Sie hier, warum Sie die Deutschen Wirtschafts Nachrichten lesen sollten und wie Sie dabei 17% sparen!

Unser Chefredakteur Hauke Rudolph zeigt auf, warum man Abonnent der DWN sein sollte. Gleichzeitig können Sie von einem interessanten...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Insolvenzwelle, Teil 4: Die größte und älteste Dampfschiff-Flotte der Welt ist bankrott

Die Liste der durch das Herunterfahren der Wirtschaft verursachten Insolvenzen und Pleiten wird länger. Hunderttausende haben infolge der...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Anleger machen Kasse, Ebay-Aktie im Aufwind

US-Anleger haben von den jüngsten Kursgewinnen profitiert. Mit einem Kursplus von knapp zwölf Prozent gehört Ebay zu den Favoriten am...

DWN
Technologie
Technologie Deutsche Forscher entwickeln Künstliche Intelligenz zur Wartung von Maschinen

Saarbrücker Forscher haben ein innovatives Wartungs-System entwickelt, das auf Künstlicher Intelligenz beruht.

DWN
Politik
Politik Corona-Lüge? Abstandsregeln spielen bei Anti-Rassismus-Demos plötzlich keine Rolle mehr

Diejenigen, die zuvor die deutschen Proteste gegen die Corona-Regeln mit Verweis auf die Abstands- und Kontaktregeln kritisiert hatten,...

DWN
Finanzen
Finanzen Politik erbost: Britische Großbanken unterstützen Chinas Sicherheitsgesetz für Hongkong

Die britischen Großbanken HSBC und Standard Chartered geraten ins Visier britischer Politiker, weil sie das neue chinesische...

DWN
Politik
Politik Bundesweite Razzien wegen Internet-Hetze im Fall Lübcke

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke war vor und nach seinem Tod Opfer von Hasskommentaren. Monatelang sammelten Ermittler...

DWN
Deutschland
Deutschland Am Samstag: Wieder Demonstrationen gegen Corona-Regeln

Am kommenden Samstag sollen landesweite Demos gegen die Corona-Beschränkungen stattfinden. Kundgebungen sind unter anderem in Berlin,...

DWN
Politik
Politik Boris Johnson stellt hunderttausenden Hongkongern Einbürgerung in Großbritannien in Aussicht

Im seit Monaten anhaltenden Konflikt zwischen China, Großbritannien und den USA um Hongkong droht der britische Premier mit...

DWN
Politik
Politik Gesundheitsminister Spahn schmiedet internationale Corona-Impfstoffallianz

Einem Bericht zufolge schmiedet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit drei weiteren EU-Staaten eine Corona-Impfstoffallianz. Sie richtet...

DWN
Finanzen
Finanzen Ökonomen loben Umfang der Hilfen für die Wirtschaft

Deutsche Ökonomen haben den Umfang der Hilfen für die Wirtschaft in der Coronakrise gelobt. Der Umfang der haushaltswirksamen Maßnahmen...

DWN
Politik
Politik Kinderbonus und Mehrwertsteuer-Senkung: Das sind die Details zum Riesen-Konjunkturpaket der Regierung

Es waren Marathon-Verhandlungen über zwei Tage. Nach einem zähen Ringen haben sich die Spitzen von CDU, CSU und SPD auf ein umfassendes...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Querelen ohne Ende: Polen greift Russland erneut wegen Nordstream 2 an

Der Bau der Gasleitung Nordstream 2, den Deutschland gemeinsam mit Russland plant, kommt nie zur Ruhe. Jetzt attackiert wieder Polen das...

DWN
Politik
Politik Soldaten gegen Demonstranten? US-Verteidigungsmininster Mark Esper stellt sich gegen Trump

Der amerikanische Verteidigungsminister Mark Esper lehnt den Einsatz von Soldaten gegen gewalttätige Demonstranten ab.

DWN
Politik
Politik FBI entlastet Antifa und nimmt Rechtsextremisten ins Visier

Aus einem Lagebericht des FBI geht hervor, dass die Antifa an den Ausschreitungen am 31. Mai in Washington keine Schuld trifft. Stattdessen...

celtra_fin_Interscroller