Politik

Libyen: Regierungstruppen starten Großoffensive gegen internationale Söldner

Libysche Regierungstruppen haben am frühen Dienstag eine Militäroperation gegen internationale Söldner unter der Führung von General Haftar gestartet, um den Luftwaffenstützpunkt Al-Watiya südwestlich der Hauptstadt Tripolis zu befreien.
06.05.2020 09:00
Lesezeit: 2 min
Libyen: Regierungstruppen starten Großoffensive gegen internationale Söldner
Libyen führt eine Großoffensive gegen internationale Söldner durch. (Grafik: Libya Live Map/DWN)

Libysche Regierungstruppen starteten am frühen Dienstag eine Militäroperation, um den Luftwaffenstützpunkt Al-Watiya südwestlich der Hauptstadt Tripolis zu befreien, der von Milizen kontrolliert wird. Der Luftwaffenstützpunkt wird vom Söldner-General Chalifa Haftar kontrolliert. 

Eine libysche Regierungsquelle, die unter der Bedingung der Anonymität sprach, sagte der Nachrichtenagentur Anadolu, schwere Artillerie der libyschen Armee ebne den Weg für eine Bodenoffensive. 

Am Freitag führte die libysche Regierung fünf Flugoperationen gegen Haftar-treue Söldner auf dem Luftwaffenstützpunkt durch.

Al-Watiya gilt als wichtiger Luftwaffenstützpunkt des Landes und ist nach dem Flughafen Mitiga der zweitgrößte. Er wurde im August 2014 von Haftar eingenommen. Seitdem nutzen seine Söldner unter seiner Führung den Stützpunkt als Hauptquartier Operationen.

Die libysche Regierung tartete am 26. März die Operation Peace Storm, um Angriffen auf die Hauptstadt entgegenzuwirken. Die Operation wird von der Türkei unterstützt, berichtet die New York Times.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte am Montag in einer Fernsehansprache, dass "gute neue Nachrichten aus Libyen bald an uns zurückgesandt werden". Er betonte, dass "Libyens Sicherheit und Wohlstand seiner Bevölkerung der Schlüssel zur Stabilität im gesamten Land, in Nordafrika und im Mittelmeerraum ist."

Haftar hatte vor mehr als einem Jahr eine Offensive auf die Hauptstadt Tripolis befohlen, wo die international anerkannte Regierung von Fajis al-Sarradsch ihren Sitz hat. Seine Truppen rückten zwar vom Osten Libyens bis nah an Tripolis im Nordwesten vor, konnten zuletzt aber keine Fortschritte mehr erzielen.

Haftar hatte in dieser Woche bereits ein 2015 von den UN vermitteltes Abkommen über die Machtverteilung in dem nordafrikanischen Land für hinfällig erklärt. Die Regierung in Tripolis sprach von einem Putsch, der die Niederlage von Haftars Milizen und Söldnern verdecken solle. Die USA bedauerten Haftars Schritt. In einer Erklärung der US-Botschaft in Libyen rief Washington Haftars Streitkräfte auf, mit der Regierung in Tripolis eine sofortige Einstellung aller Feindseligkeiten und eine dauerhafte Waffenruhe zu vereinbaren.

Das ölreiche Land war nach dem Sturz von Präsident Muammar al-Gaddafi 2011 ins Chaos gestürzt. Unzählige Milizen kämpfen seitdem in Libyen um Macht und Einfluss. Dabei mischen auch zahlreiche ausländische Mächte mit. Die Regierung von Al-Sarradsch ist mit der Türkei und Italien verbündet, während Haftar unter anderem von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Ägypten, Frankreich und Russland unterstützt wird. 

 

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeitgeber-Umfrage zeigt: Generation Z ist arbeitsbereiter als gedacht
01.02.2026

Die Generation Z gilt oft als wenig leistungsbereit und stark auf Freizeit fokussiert. Doch eine neue Umfrage aus Norddeutschland zeichnet...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europäische Startups: Deutschland dominiert den Kampf um die nächsten Einhörner
01.02.2026

Milliarden fließen, aber nicht mehr in schnelle App-Ideen. Europas Startup-Szene verlagert ihren Schwerpunkt auf Deep-Tech,...

DWN
Finanzen
Finanzen Finanzmärkte 2026: Welche Risiken Anleger beachten müssen
31.01.2026

Die Kapitalmärkte treten in eine Phase erhöhter Unsicherheit, geprägt von Technologieumbrüchen, geopolitischen Spannungen und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI-Welthandel: Wie Datenzentren den globalen Handel neu beleben
31.01.2026

Zölle bremsen, doch Technologie beschleunigt. Während protektionistische Maßnahmen den Welthandel belasten, entwickelt sich künstliche...

DWN
Finanzen
Finanzen Finanzabteilungen vor dem Kollaps? Warum 2026 alles ändert
31.01.2026

2026 wird zum Schicksalsjahr für Finanzabteilungen: KI verspricht Effizienz, Regulierung droht mit Sanktionen – und beides trifft jetzt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Volvo EX60: Schwedens Antwort auf den BMW iX3 und den Mercedes GLC
31.01.2026

Volvo will sich mit einem neuen Elektro-SUV im Premiumsegment strategisch neu ausrichten. Gelingt es dem Hersteller damit erstmals,...

DWN
Finanzen
Finanzen Trotz niedrigem Kakaopreis: Hoher Schokoladenpreis bremst die Nachfrage
31.01.2026

Obwohl der Kakaopreis seit Monaten deutlich fällt, wird Schokolade spürbar teurer. Während die Umsätze aufgrund des hohen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Macrons kurioser Auftritt in Davos: Sonnenbrille sorgt für Kurssprung der iVision Tech-Aktie
31.01.2026

Macrons Sonnenbrille löste bei seinem Auftritt in Davos eine ungewöhnliche Marktreaktion aus. Die mediale Aufmerksamkeit katapultierte...